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Kladderadatsch: Organ für und von Bummler — 1.1848

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Hefte 14-17, August 1848
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https://doi.org/10.11588/diglit.2228#0072
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«8

Deputation des souverainen Volkes.

Deputation. (Stetten} wollen gütigst entschuldigen. Wir kommen direkt von Charlottenburg, wo mehrere unserer
geehrten Mitbürger und eine «ohllöbliche Behörde beifolgende Köpfe ohne Weiteres abzuschlagen sich veranlaßt fanden.
Würden Ew. Erellen; wohl so gnädig sein, unS über dieses unzarte Verfahren einige Auskunft zu geben?

Minister. Ja, lieben Leute, da muß ich sehr bedauern; so viel ich und der Charlottenburger Magistrat wissen,
sind Sie lediglich in „einer für eine gute Absicht enthufiasmirten Idee" enthauptet worden. Ich
kann Ihnen daher weiter nichts ralhen, als chci nächster Gelegenheit sich gefälligst zu revanchiren. Gerechtigkeit für
Alle! Ob Demokraten ob Minister! DieS mein Wahlspruch 1848.! — ??

ttHc die Reaktion die Cholera als Schreckgespenst zu nützen rveiss.

Aus Ostens wüster Tartarei,

Aus Asien'- heißer Berbern
Durch Rußlands gift'ge Sümpfe;

Kommt wuthentbrannl gerannt in'S Land
Die Cholera aus Rand und Band,

O traget warme Strümpfe!

In Moskau hält sic Nachtquartier,

In Petersburg hat Nickel schier
Sich arg darob erschrocken.

Denn Bummler schont die Pestilenz
So wenig als die Crcellen;,

O traget woNrre Socken!

Drum an der preuß'schen Grenze naht.

Die Cholera nun in der That
Erst noch vor wenig Wochen;

Kam vom Minister Aueröwald
Eabinetsbefehl an Jung und Alt:

O lasset Thee euch kochen!!

Denn Cholera und Republik
Die sind das größte Ungelück,

Ihr Weg geht nicht aus Rosen.

Nach Bettler- und nach Fürstenblut
Sie beide gleich sehr dürsten thut,

O traget Unterhofen!

S. n.

Unter Verantwortlichkeit der Verlagshandlung: 3. tjofmann & Comp, in Lerlin, Sr. Friedrich sflraße 172. — Oruck von 3. Vraeger.
 
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