Küch, Friedrich [Oth.]
Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg (Band 1): 1918 — Marburg, 1918

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Urkunden und Akten.

(andern) sollen sie einem iglichen das fleisch, so er begert, ver-
kaufen und keinem ufdringen, wes er nit haben wil. Die metzler
sol keiner mehr dan zwene hunde haben, und welcher ein zuppeln,
wan sie leuft, inschliissen.
1545 donnerstags nach Letare (Mars 19).
Den metzlermeistern ist angesagt, untüchtige junge kelber
hieher nit zu pringen, dan es solt inen bei der bues nit nach-
gelassen werden, dergleichen die stuck davon nit zu übersetzen
und das schweinfleisch, so inen ie hoch gnug gesetzt werde,
durchaus das fett mit dem magern zu verhauwen. Welch kalp
aber nit 20 U wigen wurde, solte inen genomen und sie darzu ge-
straft werden.
1546 donnerstags nach Invocavit (Mars 18).
Wo die fleischauwer die ordnung nit halten wollen, sollen sie
das kalpfleisch, wie vor der ordnung, 2 U umb 5 heller geben.
1546 donnerstags nach Thome apostoli (Des. 23).
Die metzler sollen gedenken, den fettisten speck nit hoher dan
acht heller und gemeinen speck umb 6 heller zu geben; item kein
kalpfleisch, das nit feil ist, unter die schirn zu henken, noch die
stuck hoher, dan sie in der ordnung gewirdigt, zu übersetzen.
1547 donnerstags nach vincula Petri (Aug. 4).
Den fleischauermeistern ist angesagt, die hamelbock und
steernfleisch nit hoher dan 5, 9 und 8 heller, darnach es gut sei,
zu setzen. Item die kelber soln sie sehen lassen, welchs 28 tt nit
erreicht, soln 2 U 5 heller gelten. Item rintfleisch sol inen nit so
hoch wie pitzhere gesetzt werden.
1547 donnerstags nach Michaelis (Okt.6).
Die besehern sollen kein hamelfleisch hoher setzen, dan das
phunt 7 heller. Die metzler sollen das kalpfleisch hinfuro, dweil
sie die besehern keins wollen sehen lassen, widerumb 2 U umb
fünf heller geben.
1547 donnerstags nach Martini (Nov. 17).
Uf antragen der metzler ist inen bescheid worden, das sie
das kalpfleisch umb drei heller ein U geben mögen, doch das ein kalp
28 U erreiche. Welchs aber solch gewicht nit hait, soln 2 U
fünf heller, wie von alters, gelten.
1547 donnerstags nach Thome (Des. 22).
Die metzler sollen, wie zunft und gemein auch beslossen
haben, das kalpfleisch, wo ein kalp 26 U und darüber wigt, ein U
drei heller, und was darunter ist, zwei U 5 heller geben, und sol
keiner kein kalp ganz, halb oder zu virteil oder sonst im hause
verhauwen. Und wo es einer uberfaren wurde, sol er gerügt und
gestraft werden, und sie sollens auch selbst bei iren eiden ruegen.
Ratsprotokoll.

243, Ziegenhain 1539 Mai 23.
Landgraf Philipp an den Statthalter an der Lahn Georg
von Kolmatsch.
Beschwerde der Stadt Marburg gegen den dortigen Rentschreiber wegen
Verstoßes gegen die Mehlwagenordnung.
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