Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 6.1895

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KLEINE MITTEILUNGEN.

Freiliclitstudie von \V. v. Gloeden.

Breslau. Kunstgewerbeverein. In der Sitzung vom
8. Mai gelangten einige Aufsätze über das helle Zimmer, die
Zeichenmethode des Prof. Meurer und eine Warnung an das
Kunstgewerbe zur Verlesung und Besprechung. Von Seite
des Vorstandes wurde mitgeteilt, dass die Denkschrift zur
geforderten Um- und Ausgestaltung der Kunst- und Kunst-
gewerbeschule in Bälde erscheinen wird. Eine Kollektion
neuer malerischer Aufnahmen Nürnberger Ansichten lagen
zur Besichtigung aus. Ein Vortrag über die Kunstgewerbe-
schule soll in nächster Zeit stattfinden. G- s-

—u— Plauen i. V. Nach dem Jahresbericht für das
Vereinsjahr 1S94/95 ist der Vogtländisclt-Erzgcbirgische In-
dustriellerem auch im verflossenen Jahre weiter erstarkt;
denn nicht nur das Vogtland und Erzgebirge, sondern auch
die anschließenden Landesteile, vor allen Chemnitz, nehmen
an den Bestrebungen des Vereins Anteil. Der ersten ständigen
Vorbildersammlung in Eibenstock ist eine zweite in Anna-
berg gefolgt, und bereits ist von anderen Industriestädten
der Wunsch geäußert worden, solche ständige Sammlungen
ebenfalls zu besitzen. Der Vorstand genehmigte als erste
Rate zur Erwerbung von Vorbildern den Betrag von 1500 M.
und beschloss die Abhaltung von Wanderausstellungen in
Annaberg, Auerbach und Falkenstein. Von gutem Erfolge
für den Verein war die in der Staatslehranstalt zu Chemnitz

abgehaltene Ausstellung der Stoffsammlung der Kgl. In-
dustrieschule. Dieselbe fand auf Anregung des dortigen
Musterzeichnervereins statt. Eine weitere Veranlassung zu
lebhafter Thätigkeit wurden die von der Webeschuldirektion
zu Glauchau und dem Industrieverein zu Meerane an den
Vorstand gerichteten Gesuche um Abhaltung von Wander-
ausstellungen, denen bereitwilligst entsprochen wurde. Seit
dem Jahre 1888 haben 33 solcher Wanderausstellungen statt-
gefunden, die von etwa 30 000 Personen besucht worden sind.
Zur Erwerbung von Vorbildern bewilligte der Vorstand
ferner die Beträge von 000 und 1500 M. als zweite und
dritte Jahresrate. Das Kgl. Ministerium gewährte auch in
diesem Jahre den Betrag von 1000 M. zum Ankauf von ge-
eigneten Werken für die Eibenstocker Bibliothek. Durch
Erwerbung von Posamenten, Stickereien, Spitzen u. a. aus
diesen Mitteln ist in Eibenstock außerdem der Grund für
eine eigene Sammlung von Industrieerzeugnissen gelegt
worden, die alljährlich erweitert werden soll. Die Jahres-
beiträge der Mitglieder ergeben 4980 M. 1325 M. wurden
für Wanderausstellungen und die ständige Vorbildersammlung
in Eibenstock und Annaberg und 3372 M. für die Anschaffung
von Vorbildern in dem abgelaufenen Vereinsjahre aus-
gegeben.

—u— Crcfeld. Dom zehnten Jahresbericht des Ore-
feldcr Museums-Vereins entnehmen wir über seine Thätig-
keit i. J. 1894 folgendes: Als Jahresunterstützung erhielt der
Verein von dem Kgl. Handelsministerium 1500 M., aus der
Stadtkasse 3000 M. und von 25 Geschenkgebern 02 Gegen-
stände für die Sammlung des Museums. Dagegen bot sich
wenig Gelegenheit, gute, vorbildliche Gegenstände für das
Kunsthandwerk zu erwerben. Einen erfreulichen Zuwachs
hat die Sammlung römischer Altertümer erfahren, besonders
durch die Funde auf dem Burgfelde in Asberg, worunter
sich einige hochinteressante und selten gut erhaltene Stücke
befanden. Die Permanente Gemälde-Ausstellung wurde durch
Künstler aus Deutschland, Österreich, England und Italien
reich beschickt. Der Direktion der Kgl. National-Galerie in
Berlin ist es zu danken, dass ihre, von der internationalen
Ausstellung in Antwerpen zurückgehenden zehn Werke für
sechs Wochen zur Ausstellung gelangen konnten. Ausgestellt
waren ferner die Zeichnungen und Ölgemälde von C. W.
Allers in Karlsruhe, Gemälde und Studien von Prof. Brandt,
■\ in Rom, Aquarelle, Zeichnungen und Entwürfe von Wal-
ter Crane in London. Der Bibliothek wurden wertvolle Zu-
wendungen gemacht an Akten, Büchern, Karten und Plänen
aus den letzten Jahrhunderten, die für die Geschichte von
Crefeld und der Provinz von Bedeutung sind. In absehbarer
Zeit werden diese Erwerbungen, vereint mit der städtischen
Bücherei, in dem Neubau des Kaiser Wilhelm-Museums unter-
gebracht, auch ihrem Zwecke entsprechend Nutzen wirken
können. Der Verein zählte Ende des Jahres 1220 Mitglieder
mit 0907 M. Beitrag.

—u— Hanau. Nach dem Bericht der Kgl. Zeichen-
Akademie %iu Hanau für das Schuljalir ISO 1/95 ist die An-
stalt im Jahre 1889 ihrer ursprünglichen Bestimmung, aus-
schließlich Fachschule für die einheimische Juwelier- und
Edelmetall-Industrie zu sein, zurückgegeben worden. Ein
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