Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 24.1913

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KUNSTGEWERBEBLATT

NEUE FOLGE


DFnAl^TinKI* FRITZ HELLWAG IN
r\LLy/\iv i iwn . berlin-zehlendorf-
WANNSEEBAHN • TELEPHON : ZEHLENDORF 1053

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ycni Apf . E- A. SEEMANN IN LEIPZIG,
V . HOSPITALSTR. 11a . TEL. 244

912/15
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MÄRZ


2^-JAHRGANG
VEREINSORGAN “RRB^E”E
BERLIN, DRESDEN, DÜSSELDORF, ELBERFELD,
FRANKFURT A. M., HAMBURG, HANNOVER, KARLS-
RUHE I. B., KÖNIGSBERG I. PREUSSEN, LEIPZIG,
MAGDEBURG, PFORZHEIM UND STUTTGART


V

um gegenwärtigen Zeitpunkt, (
in dem es den Völkern öfter» (
reichsvergönnt ift, dasfechzig* |
| jährige Regierungsjubiläum ^
| ihres gsßebten ftferrfchers zu i
| feiern, ziemt es fich wohl, an
dieferSteße der mächtigen För»
derung zu gedenken, welche
die graphifchen SKänfte Seiner
‘IRajeftät dem hKaifer Franz *
I fjofefdanken. fluch die fern Zweige der CKunft hat (
»der unermüdßche Flonarch fein warmes Ontereffe |
zugewendet und durch mannigfache Maßnahmen «
^ und regen perfönßchen Anteil betätigt. t
19ft doch der IKaifer fefbft, noch als ganz junger L
Grzherzog, in die Reihe der Graphiker getreten. ]
Sechs Lithographien feiner ftfandbilden ein flfbum \
} mit Reifeerinnerungen aus Dalmatien, 18^5 vom (
damaligen Grzherzog Franz ffofef auf Stein |
} gezeichnet. F)iefe Lithographien, deren Original» J
Ifteine von der Rauhfchen OCunftanftalt (nachmals i
Reiff enftein und üfht) verwahrt wurden, find auf \
Grund fl Iler hochfter Gntfchßeßung vom 7A April fl
1888 gelegentlich der ffubiläumsausftellung diefes f
fjahres von der genannten Firma veröffentlicht I
. worden. F)ie Rlätter zeigen RRatrofen, Volkstypen c
t und * fzenen•, humoriftifche Reifeerlebniffe. Sie ßnd |

Rudolf Junk, Wien: Zwei Seiten aus einer Festschrift »Kaiser Franz Josef als Förderer der graphischen Künste«

RUDOLF JUNK, WIEN
Von Victor Fleischer

DIE Aufmerksamkeit eines größeren Kreises von
Kunstfreunden für einen jungen, ernsthaft stre-
benden Künstler zu gewinnen, bleibt eine der
schönsten und dankbarsten Aufgaben der Kunstkritik,
auch dort, wo noch kein reich entfaltetes Wirken die
Darstellung eines Werdegangs gestattet, wo mannig-
faches Versuchen, verkörpert in einer noch nicht um-
fangreichen Reihe von Arbeiten, jedes abschließende
Urteil verbietet. Wenn ich also heute dem Werke
des Wiener Malers und Holzschneiders Rudolf Junk
einen kurzen Begleitbrief schreiben will, so braucht
damit nicht gesagt zu sein, daß ihm in dem Gesamt-
bilde der Wiener Kunst eine wichtigere Stellung ein-
zuräumen sei als manchem anderen Mitstrebenden,
Kunstgewerbeblatt. N. F. XXIV. H. 6

dessen Leistungen die Unterrichteten vielleicht ebenso,
vielleicht noch mehr schätzen. Es kann sich nicht
darum handeln, mit strengster kritischer Betrachtung,
aber auch nicht mit den verzeihlichen Wertverschie-
bungen einer »Monographie« von einem Werdenden
zu berichten, und die wenigen gelegentlichen Beobach-
tungen sollen nichts Endgültiges aussprechen. Die
Freude über eine — unter mancherlei Einflüssen —
verheißungsvoll keimende künstlerische Eigenart mag
also zunächst als Hauptursache für diese Zeilen gelten.
□ Rudolf Junk ist in Wien im Jahre 1880 geboren,
hat das Klostergymnasium zu Melk an der Donau
besucht, an der Wiener Universität germanische und
keltische Philologie studiert und, nachdem er das
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