Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 24.1913

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ENTWURF EINER RHEINBRÜCKE BEI KÖLN
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KUNST UND TECHNIK


daß die Kölner Stadtverwaltung den beanstandeten Ent-
wurf »Freie Bahn« ausführen lasse. Die Stadtverwaltung
ordnete eine Untersuchung an und befragte aufs neue die
Preisrichter, die einstimmig erklärten, daß kein Anlaß vor-
liege, an dem ergangenen Urteile des Preisgerichts etwas
zu ändern, »schon weil die Maschinenfabrik Augsburg-
Nürnberg auch im ersten Wettbewerbe einen Entwurf ein-
gereicht hat (Variante zum angekauften Entwurf ,Neuzeit1),
der dieselben Grundlagen hatte und die gleichen Merkmale
zeigte, wie ihr jetziger Entwurf,Freie Bahn1«. Daraufhin er-
teilte die Stadt Köln den definitiven Auftrag der angegriffenen
Maschinenfabrik Augsburg-Niirnberg-Gustavsburg. □

n Merkwürdigerweise hatte bei dem ersten Wettbewerb
kaum jemand den Entwurf »Neuzeit, Variante«, der schon
dieselben, für »Kunst und Technik« reklamierten charak-
teristischen Gedanken angeblich ausgesprochen haben soll,
beachtet. Ausgestellt ist er aber zweifellos gewesen und
durch die Berufung der Maschinenfabrik Augsburg-Nürn-
berg-Gustavsburg auf ihn wurde der Dortmunder Union
die Beweislast sehr verschoben. Hatte sie zuerst direkt
behauptet, der im zweiten Wettbewerb preisgekrönte Ent-
wurf »Freie Bahn« ginge auf »Kunst und Technik« un-
zweifelhaft zurück, so war ihr jetzt vor dieser Beweisführung
erst ein neuer Beweis auferlegt worden, daß nämlich der


KUNST UND TECHNIK

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