Kunstmarkt: Wochenschrift für Kenner u. Sammler — 3.1906

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Der Kunstmarkt
Wochenschrift für Kenner und Sammler
Herausgegeben u. verlegt von E. A. SEEMANN, Leipzig, Querstrasse No. 13
nununununufanufiu Beiblatt der Zeitschrift für bildende Kunst nunünafiununanunu

III. Jahrgang

1905/1906

Nr. 7. 17. November

Der Kunstmarkt erscheint am Freitage jeder Woche (mit Ausnahme der drei Sommermonate, in denen er nur je einmal erscheint) und kostet 4 M.
jährlich (40 Nummern). Bei Bezug unter Kreuzband, direkt von der Verlagsbuchhandlung, beträgt der lahrespreis 6 M. Abonnenten der Zeit-
schrift für bildende Kunst erhalten den Kunstmarkt kostenfrei. Anzeigenpreis 30 Pf. für die einspaltige Petitzeile. Redaktionsschluß Montag früh.

BEVORSTEHENDE AUKTIONEN

Über die mit Sternchen versehenen Versteigerungen

im Anzeigenteile dieser Nummer Näheres zu finden.

ist

Frankfurt a. M. ^Rudolf Bangel. Gemälde
älterer Meister aus Pnvatbesitz.
Amsterdam. *R. W. P. de Vries. Manuskripte
und Bücher.
Amsterdam. Fred. Muller & Co. Sammlungen
Paardekoper Overmauf de Goes, A.
van Andringa de Kempenaer u. a.
Möbel, Porzellan usw.
Wien. *Albert Kende. Gemälde, Aquarelle,
Kupferstiche, Radierungen usw.
Köln. */. M. Heberle (H. Lempertz’ Söhne).
I. Japan-Sammlung des Herrn de la
Parra f, Köln. II. Sammlung von
Gegenständen des buddhistisch-ja-
maischen Kultus und Japan-Sammlg.
des Geheimrat Schismarew, Moskau.
Köln. *J. M. Heberle (Lempertz’ Söhne). An-
tiquitäten und Münzen usw., Samm-
lung Dr. Vohl u. a.
Amsterdam. Muller & Co. Bibliothek Cheva-
lier van Havre d’Anvers und Kollek-
tion M. P. Smissaert-Haag.
Köln. *J. M. Heberle (Lempertz’ Söhne). Ge-
mälde alter und neuzeitiger Meister.
Köln. *J. M. Heberle (H. Lempertz’ Söhne).
Bücher aus verschied. Sammlungen.

Novemb.
Novemb.
13.—20.
Köln. */. M. Heberle (H. Lempertz’ Söhne).
28.
20. u. 21.
21. —24.
I. Sammlung Heinrich Lempertz sen.
Künstlerautographen, illustriert durch
ihre Porträts und Werke.
II. Reichhaltige Porträtsammlung,
Bücherauktion de la Pana f (Köln).
Frankfurt a. M. * Rudolf Bangel. Gemälde,
Antiquitäten, Kunstgegenstände, Por-
zellan usw.
Amsterdam. * Muller & Co. Samml. Boas Berg.
28.—30.
28.—30.
Dezember
4. u. ff.
21.
Berlin. * Rudolf Lepke. Gemälde alter Meister.
4.-7.
20., 21., 23.
24. od. 25.
27. u. ff.
Köln. Math. Lempertz (P. Hanstein). Ar-
chäologische Kunstsammlung.
Köln. Math. Lempertz. Sammlung biblischer
Altertümer des Herrn J. Bruessel-
bach.
Berlin. Rudolf Lepke. Nachlaßversteigerung
9., 11. u. ff.
27. u. 28.
der Kupferstich-Sammlungen August
Spatzier.
Köln. *J. M. Heberle (Lempertz’ Söhne). Samm-
11.-15-
27. u. 28.
lung erstklassiger Gemälde alter und
neuzeitiger Meister. Sammlung eng-
lischer Porträts.
Wien. *Salon Pisko. Liquidations-Auktion der
Sammlung Alexander Fleischner.
Gemälde alter Meister.
18. u. ff.
18. u. ff.

NEUIGKEITEN VOM KUNSTMARKTE

Vom 24.—26. November wird in Wien im Salon
Pisko die Versteigerung der hervorragenden Sammlungen
von Alexander Fleischner stattfinden. Es sind im ganzen
156 wertvolle Nummern, unter denen sich einzigartige
Stücke älterer Meister befinden. Zu dem reich ausge-
statteten Katalog hat der wohlgeschätzte Wiener Kunst-
historiker Dr. Theodor von Trimmel ein ausführliches
kritisches Vorwort geschrieben, das in kurzen Zügen der
Bedeutung dieser prächtigen Sammlung alter Gemälde
gerecht zu werden versucht. Die Mehrzahl der Bilder
stammt aus russischem Besitz. In unserer Vorbesprechung
halten wir uns vornehmlich an die wissenschaftlichen Resul-
tate des Wiener Gelehrten, dessen Vorwort wir unsere
Ausführungen zum Teil entnehmen. Zu den hervorragend-
sten Nummern des Fleischnerschen Gemäldebestandes ge-
hören drei italiehische Bildnisse aus der venezianischen
Malerschule und zwar ein vortreffliches Brustbild eines
venezianischen Adligen (Nr. 125) von der Hand des Tinto-
relto, das an die besten Werke dieses Meisters heranreicht.
Auch die Halbfigur eines Prokurators (Nr. 9), welche Dr.

von Frimmel dem Leandro Bassano zuweist, obwohl sie
viel von der Art des Tintoretto hat, ist ein Bild von gerade-
zu imponierender Erscheinung. Dagegen können wir uns
schlecht an den Gedanken gewöhnen, daß das Bild Nr. 110
eine frühere Arbeit des Brescianer Malers Savoldo sein
soll, wie Frimmel annimmt, da es unserer Ansicht nach
eher in den Kreis der mailändischen Malerschule hinein-
gehören dürfte. Ein Knabenbildnis (Nr. 132), das Frimmel
als em mit der Kunst Venedigs zusammenhängendes
Werk des Christoph Schwarz kennzeichnet und unverkennbar
Tizianschen Einfluß zeigt, dürfte für die Kunstgeschichte
besonders interessant sein. Aus der venezianischen Schule
sind in dieser Sammlung noch Nr. 8, eine Hirtenfamilie
des Francesco Bassano, von dem gute Bilder allmählich
eine Seltenheit werden, und eine leider nicht gut erhaltene
venezianische Madonna, die auf die Kunst der alten Mura-
nesen hinzuweisen scheint, und vielleicht dem Lazaro Ba-
stiani (Nr. 154) entstammt, erwähnenswert. Stark in die
Nähe des Pontormo gehört eine heilige Familie, die vor-
dem dem Andrea del Sarto oder Franciabigio zugewiesen
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