Lanckoroński, Karl [Editor]
Städte Pamphyliens und Pisidiens (Band 1): Pamphylien — Wien, 1890

Page: 1
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lanckoronski1890bd1/0025
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Fig. i. Ausblick von Perge gegen Sillyon.

Die pamphylische Ebetie.

er mächtige Gebirgswall, welcher Lykien im Osten abschliesst, von den
Alten, welche Solyma (Olympos) den erhabensten Gipfel nennen, als Theil
des Tauros angesehen, stürzt gleich dem westlichen Grenzwall, dem
Kragos, schroff ins Meer ab. Erst 70 bis 80 Kilometer nördlich von dem
heiligen Vorgebirge, welchem die Schwalbeninseln, die Chelidoniai vor-
gelagert sind, verändert die Küste ihre Richtung und zugleich ihren
Charakter. Nach Norden ziehen die Berge weiter, nach Osten dehnt sieh flaches Gestade,
allerdings von Bergen nördlich so überragt, dass, wer von den Schwalbeninseln her zur See
naht, weit eher die Berge gewahrt als die niedrige Küstenebene davor. Nicht in dem Sinne
ist diese Ebene von Bergen umrahmt, dass die Hauptzüge derselben der Küste parallel nach
Osten gingen. Im Gegentheil laufen sie vorerst noch der Kette am Ostrande Eykiens parallel
von Süden nach Norden; erst weiterhin, wo sie näher zum Meere treten, gehen sie in östliche
Richtung über. Nordsüdlich ist daher auch die Richtung der Elussthäler, welche die Bergzüge,
für die uns alte Namen fehlen ausser Sardemisos (oder Sardessos) bei Pliniüs 5, 96, begleiten
und scheiden. Unter diesen auch im Sommer wasserreichen Flüssen ist von Westen her der
erste heute türkisch Duden genannt, weil er plötzlich am Rande der Ebene aus einer Fels-
höhle hervorbricht, als Abfluss einer eingeschlossenen Hochebene im Innern. Bei den alten
Griechen hiess er Kataraktes, weil er über die schroffen Kanten der zumTheilevon ihm selbst
geschaffenen Travertinplatte in Wasserfällen niederrauscht, heute wie im Alterthum, nur heute
vielleicht mehr zertheilt und weiter östlich geleitet. Sein alteinheimischer Name scheint Muabis
gewesen zu sein nach Antigonos.' Der zweite, heute Aksu, hiess im Alterthum Kestros, viel-
leicht auch Tauros, in Pisidien bei Sagalassos entspringend, vielleicht auch er der Abfluss

1 ] [ist. mirab. CXXXV (150): IIcA'Jy.piTov ok ■mxtxye.yptxyilix'. . . . tov 2s ev B.a\i.fukia Moöaßcv äücXiOiüv, ii'> v.z
ejAßoeXv] oroißrjv rt XiÖov (X'JvcvV). Vgl. Ritter, Kleinasien, XIX, S. 607.
loading ...