Lanckoroński, Karl [Hrsg.]
Städte Pamphyliens und Pisidiens (Band 2): Pisidien — Wien, 1892

Seite: 121
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grosser S-förmiger Sima (B).
Einige Gesimsstücke haben
beiderseits das Profil B, diese
lagen einst auf der Zwischen-
mauer, in welcher sich dieThür
befindet. Eine Steinplatte mit
Cassetten, i-o8 M. breit, 0-52
M. dick, in der Länge gebro-
chen, dürfte der horizontalen
Decke angehört haben; die
Decksteine lagen, sonstiger
Uebung entgegen, nicht auf
dem Architrav, sondern auf
dem Gesimse. Die lichte Weite
derThür beträgt 170 M., ihre
Höhe 4/22 M. Eine Widmungs-
Inschrift am Architrav weiht
den Bau dem Kaiser Hadrian.1

Einige Schritte hinter
diesem Propylaion liegen die

Fig. 92. Ansicht vom Propylaion des Hadrian (ergänzt).

6,6 6

Fig. 93. Plan vom Propylaion.

Trümmer des zugehörigen Tempels. Es
war ein ionischer Peripteros mit etwa 8 M.
breiter Cella. Wir notierten cannelierte
Säulentrommeln bis zu rc>2 M. Durch-
messer, ferner attische Wand- und Säulen-
basen, sowie ionische Capitelle.

Nordwestlich vom Propylaion des Ha-
drian an der anderen Seite des engen Tha-
ies, bei E1 im Stadtplane, breitet eine an-
dere Nekropole sich aus mit zum Theil
grösseren Denkmalen, als jene der Ober-
stadt. Wir erwähnen nur Weniges. Zu-
nächst einen Rundtempel mit cassettierter
Kuppel, welche von Säulen mit gewunde-
nen Canneluren getragen wurde. Er stand
auf einem 6 M. langen und breiten Unter-

1 Die Planordnung dieses Thorbaues, einer Thürwand mit beiderseits vorspringenden Parastaden, beruhtauf
uralter Ueberlieferung; wir erwähnen als ältere Beispiele desselben einfachen Schemas das Eingangsthor zum heiligen
Bezirke in Samothrake und die vorgriechischen Propylaien innerhalb der Burgen von Hissarlik Ilion und Tiryns.
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