Universitätsbibliothek Heidelberg [Hrsg.]
Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 182 - 303) — Wiesbaden, 2005

Seite: 408
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Cod. Pal. germ. 291

schwindelt beladen also daß er in mtt stets hatt... 213v vnd Jehe noch Enderung der
kranckhait verordnen. - (42. 213v) 2 Zauberpraktiken. >Eines Jedem [!] menschen ge-
haimnus zuerfahrn<. >Wiltu ein schin eysen zerprechen<. - (43. 213v—218r) Rezept für ein
‘Gulden’ Wasser. >Hiernach volgt wie man daß lebendig gülden wasser machen soll Gna-
denthall<. Nim drei Moß guts geprants weinß der fünff mal gebrandt sei auß Sackwein
oder gesotten wein ... (217') >Wie vnd wann man daß gülden wasserprauchen solle wo zu
es gut sey<. ... 2181 ist sicher vor der pestilentz deß tags. - (44. 218v-223r) 13 Rezepte gegen
verschiedene Krankheiten, zum Teil lat. Darunter (221v) Pestsegen. >Ein gewisser vnd
bewertet segen vor die pestilentz wer Ihn allen tag morgens vnnd abents spricht Ist zu
Simmern an manchem bewehrt Im Jar l-5-19<. ICH + gesegen mich mit dem vatter + mit
dem Sohn + mit dem hailigen gaist + mein flaisch mein geplut... 222r vnd glaub für war
du stirbst nitt so du daß thust ob du die kranckhait habest. - (45. 223r-234r) 40 Rezepte
gegen Stein und Gries, zum Teil lat. - (46. 234v-245r) 21 Rezepte gegen verschiedene
Krankheiten, zum Teil lat. Darunter (234v) ‘Salbeitraktat’. >Nachuolgend Recept hab Ich
von dem Edlen vnd Ernuesten Florentzen von Venningen seligen gewesenen Cantzlern zu
Haydelberg So er mit seiner eignen hand geschrieben gehabt. Jesus Maria Anna Maria,
Vonn dem gülden wasser wie man das machen vnd distilirn soll Ist Niclaus Däschenmä-
cher<. Zum Text vgl. Hlawitschka (Textfassung und Hs. nicht erwähnt); Gundolf Keil,
in: VL~ 8 (1992), Sp. 504-506. - (47. 246v-264v) Roßarznei (zum Teil mehrere Rezepte
unter einer Überschrift). - 245', 246r, 265*r-279*' leer.

MM

Cod. Pal. germ. 291

‘Iatromathematisches Hausbuch’ • Gebete und Betrachtungen u.a.

Pergament ■ 3 (Pap.) + 116 + 3 (Pap.) • 28,9 x 19,2 • Bayern • nach 1477/vor 1496
Lagen: II3 (mit Spiegel) + IV8 + I9 + 9 V96 (mit Bll. 9**, 24a, 25a) + 2 IV112 + II113 (mit Spiegel). Regelmäßige
Reklamanten (zum Teil beschnitten; 18v, 26v, 36v, 46v, 56v, 66v, 76v, 86v, 96v, 104v). Fehlerhafte Foliierung des
17. Jhs.: 1-25, 24[a; 20. Jh.], 2ß[a; 20. Jh.], 26-111, Bll. l*-3*, 9*-9**, 112" —115mit moderner Zählung. Wz.:
Lilie auf Dreiberg mit Buchstaben MGS (identisch im Vorsatz von Cod. Pal. germ. 4, 5, 21, 22, 24, 28, 30, 34, 86,
87, 89, 98, 139, 141, 143, 152, 162, 212, 222, 225, 226), ähnlich Heawood 1460 (Rom 1654). Schriftraum: I. lr-
100v oben, 109r—11 lv: 19,1 x 12-12,5; 26 Zeilen; II. 100v unten-108v: 19,1 x 7,5-11,5; 26 Zeilen. Zeilengerüst mit
Tinte vorgezeichnet. 100v unten-108v Text versweise abgesetzt. Bastarda von zwei Händen (I. 2r-9v; II. 10r-
lllv). Überschriften in Rot. 10r Fleuronnee-Initiale in Blattgold über drei Zeilen mit Binnenfeldornamentik und
Besatzfleuronnee in Rot-Violett; 60r A-Initiale über fünf Zeilen: grüner Buchstabenstamm mit plastisch model-
liertem Blattwerk vor rosa gerahmtem, rotem Feld, blauer Binnengrund mit floralen Ornamenten; von drei
Ecken Ranken aus stilisierten Blättern ausgehend, dazwischen Goldtropfen und -punkt. Lombarden in Rot und
Blau über eine bis drei Zeilen. Im Kalender Tagesdaten in Blau. Wenige rote Paragraphzeichen. Übliche Rubri-
zierung. 38 Deckfarbenminiaturen, überwiegend in Medaillons, teilweise mit Blattgold: 10r—18V zwölf Tierkreis-
zeichen; 20r-25v sieben Planeten; 27r Sternseher; 28v-30v vier Temperamente; 38v Aderlaß; 42' Tierkreiszeichen-
mann; 43' Badeszene; 52r Aderlaßmann, ganzseitig; 55v Harnschau; 59' Christus mit den drei Jüngern am Öl-
berg; 100v—108v acht Darstellungen zur Reimpaarfabel. Zwei Zeichner: 1. 10r-55v, 100v-108'; 2. 59'-60r. Die
Illustrationen zu der Reimpaarfabel (100v—108v) orientieren sich an einer Blockbuchausgabe, die sich vollständig
nur in Cod. Pal. germ. 438 erhalten hat. Zu den Illustrationen allgemein vgl. Friedrich Lenhardt, Die Illustra-
tionen des >Kodex Schürstab<, in: Keil/Lenhardt/Weisser, S. 157-189. Speziell zu den Miniaturen des Cod.
Pal. germ. 291 vgl. Wegener (s. Lit.); MacKinney, S. 129 Nr. 68.6 (medizinische Szenen); Gross, S. 223-225
(Sigle H8), Abb. 1: Bl. 52r, Abb. 17: Bl. 43v, Abb. 21: Bl. 25v. Einige Seiten abgebildet bei Matthias MiLLER/Karin
ZiMMERMANN/Wolfgang U. Eckart, ‘Vor das Juckenn an haimlichen ortenn’. Rezepte für den Hof und andere
medizinische Handschriften, in: Ruperto Carola 3/2002, S. 4-10, bes. S. 6f.: Bll. 28', 30', 55', 30'. Pergamentein-

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