Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

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Cod. Pal. germ. 324

Cod. Pal. germ. 324
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Papier • 360 Bll. • 26,7 x 21,9 • Hagenau • um 1444-1448

Lagen: (VI-3+3) 9 (mit Bll. l ::'-3“') + 20 VI 249 + VII 263 + 7 VI 347 + (VI-4) 355". Reklamanten, meist durch Beschnitt
weggefallen. Vor Bl. 1 fehlen 3 ursprünglich zur ersten Lage gehörende Bll. (vgl. Abklatsch, s. Herkunft), heute
ist die Lage durch die angefalzten (alten) Vorsatzbll. l ::'-3 ::' ergänzt. Die Reihenfolge der Bll. ist durch Verbinden
eines Doppelblattes in der 26. Lage (Bll. 305/306) und der 3 inneren Doppelbll. der 28. Lage (Bll. 327-332)
gestört (korrekte Folge: 1-302, 305, 303, 304, 307, 308, 306, 309-326, 330-332, 327-329, 333-352). An den be-
treffenden Stellen verweisen Anmerkungen mit Bleistift (19. Jh.) auf die korrekte Reihenfolge der Bll. Metall-
stiftfoliierung des 17. Jhs., in der Neuzeit nachgezogen: 1-352, Bll. l ::'-3 ::', 353 ::'-355 ::' mit moderner Zählung,
acht moderne Vorsatzbll. (A, C-E, V-X, Z), alte Spiegel (B, Y) zwischen den neuen Vorsatzbll. angefalzt. Wz.:
verschiedene Varianten Ochsenkopf mit einkonturiger Stange mit Kreuz, darurtter Piccard 2, Typ IX/60 (Basel
u.ö. 1444-1450; vgl. Wz. Cod. Pal. germ. 300), vergleichbar Typ IX/238 (vgl. Wz. Cod. Pal. germ. 300), Typ
IX/240 (Basel u.ö. 1443-1448; vgl. Wz. Cod. Pal. germ. 300), Typ IX/61 (Basel u.ö. 1444-1450; vgl. Wz. Cod.
Pal. germ. 300), vergleichbar Typ IX/234 (vgl. Wz. Cod. Pal. germ. 149 und 300), ähnlich Typ IX/80 (Basel u.ö.
1444-1448; vgl. Wz. Cod. Pal. germ. 149 und 300). Schriftraum (Zeilengerüst mit Metallstift vorgezeichnet): 18-
20 x 10,5-14; 22-27 Zeilen. Text versweise abgesetzt. Bastarda von drei Händen: I. l r-95 r; II. 95 r-103 r; III. 103 v—
352 v (Johannes Port; vgl. Krämer: Port, Johannes); von der Hagen, s. Lit., S. LIV, und ihm folgend Zupitza, s.
Lit., S. V, mit abweichender Händescheidung (I. l r-95 r; II. 95 r-103 v; III. 103 v—352 v). l r (Initialseite) Textura.
Wenige Korrekturen. Rote Überschriften und Bildüberschriften. l r rote Initiale über neun Zeilen mit Ranken-
werk und Wildmann im Binnenfeld. Rote Lombarden über zwei bis vier Zeilen. Wenige Paragraphzeichen. Üb-
liche Rubrizierung (Versalien rot gestrichelt). 46 kolorierte Federzeichnungen und eine Initiale (l r); drei Zeich-
ner. Nach Kautzsch, Lauber, von den Zeichnern C (S. 77), E (S. 80) und F (S. 83). Zu den Miniaturen vgl. auch
Wegener, S. 36f.; Saurma-Jeltsch 2, S. 64f. (die für Bl. 262 r erwähnte Abbildung ist nicht vorhanden!). 107 r
Federzeichnung (Kopf eines Mannes). Teilweise stark durchgeschlagene Farben, rote Tinte ausgeblutet. Ge-
ringer Textverlust durch Tintenfraß. Am Rand der Bildseiten Spuren ehemaliger Blattweiser. Restaurierung
1982 (Walter Schmitt/Heidelberg), dabei Hs. auf drei alten Doppelbünden in neuen Kalbledereinband gebunden
und alte Spiegel an neue Vorsatzbll. angefalzt. Fragmente des römischen Einbandes aus dem 17. Jh. erhalten und
der Hs. beigegeben (s. Fragmente). Modernes Gelb-grünes Kapital. Rundes Signaturschild, modern: Pal. Germ. 324.

Herkunft: Hs. aus der Werkstatt Diebold Laubers in Hagenau (vgl. Koppitz, S. 34-50 [Hs. erwähnt S. 39, 115
Anm. 54, S. 176]; Saurma-Jeltsch 1, bes. S. 61-243), Datierung aufgrund des Wasserzeichenbefundes. 352 v
Schreibereintrag (s.d.; Abb. 20). Nach Wegener, S. 112, von Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz erworben
(hierzu relativierend Fechter, S. 128 und Anm. 5). Hs. der älteren Schloßbibliothek, verzeichnet bei der Kata-
logisierung 1556/59: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1937, 22 r [Historiographi et Cosmographi D in foliis; Verweis-
zeichen für ‘FabeP]: Dieterich von Bern. Aüf Papir geschrieben, mitfigüren (gleichlautend Cod. Pal. lat. 1941, 19').
Danach bei der Katalogisierung 1581 im Inventar der Heiliggeistbibliothek verzeichnet: Vatikan BAV Cod. Pal.
lat. 1956, S. 57 [2°]: Der helten huch, Dieterich von Bern, Papir, reimen, mit figuren, hrett[er], rott leder, bucklen
(gleichlautend Cod. Pal. lat. 1931, 306 v). l r Abklatsch eines Eintrags (Bibliothekstitel?), nicht mehr lesbar. l' alte
römische Signatur: 1645. Bl. B (ehemaliger Vorderspiegel) Inhaltsangabe (20. Jh.; Bibliothekar Hermann Finke).

Schreibsprache: niederalemannisch.

Literatur: Bartsch, Nr. 156; Adelung, Nachrichten, S. 23, 179-201; Wilken, S. 409; Heldenbuch. Altdeutsche
Heldenlieder aus dem Sagenkreise Dietrichs von Bern und der Nibelungen, hrsg. von Friedrich Heinrich von
der Hagen, Bd. 1, Leipzig 1855, S. Llllf.; Dietrichs Abenteuer von Albrecht von Kemenaten nebst den
Bruchstücken von Dietrich und Wenzelan, hrsg. von Julius Zupitza, Berlin 1870 (Deutsches Heldenbuch 5),
S. V-VII (Sigle h); Wegener, S. 36f. (mit Abb.); Kat. HSA-BBAW, Ludwig Schneider, Februar 1939, 10 Bll.;
Stammler, S. 151 f.; Werner, Buchkunst, S. 15; Joachim Heinzle, Mittelhochdeutsche Dietrichepik. Untersu-
chungen zur Tradierungsweise, Überlieferungskritik und Gattungsgeschichte später Heldendichtung, München
(u.a.) 1978 (MTU 62), S. 333 (Sigle Vi0 [h]); Traband, S. 84; Saurma-Jeltsch 2, S. 64f. Nr. 42 (mit Abb.); Digi-
talisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg324.

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