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Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

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https://doi.org/10.11588/diglit.28979#0171
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Cod. Pal. germ. 333

Cod. Pal. germ. 333

Ulrich von Etzenbach: Alexander • Alexander-Anhang

Pergament • 4 (Pap.) + 161 + 4 (Pap.) Bll. • 27,7 x 20,5 • Gundelsheim? (Burg Horneck) • 1. Hälfte
14. Jh.

Lagen: (Ill-lf' (mit Spiegel, Bll. l*-3*) + 13 V 129 (mit Bl. 126a) + VI 140 (mit Bl. 134a) + V 150 + (V-l) 159 + (III-l) 163*
(mit Spiegel). Nach Bl. 159 fehlt ein Bl. (kein Textverlust). Pergament mit zahlreichen Fehlern (Löcher, Nähte),
zum Teil stark fleckig. Kustoden am Lagenende: iii us-xv us. Foliierung des 16. Jhs. in Zehnerschritten am Lagen-
ende: x, xx, xxx,..., clx (10', 20 v, 30 v,..., 159 v). 29' Kolumnentitel (sonst abgeschnitten): ii“ s liber. Foliierung des
17. Jhs.: 1-134, 134 [= Bl. 134a]-139, Zählung modern korrigiert, Bll. l*-4*, 126a, 160 ;:'-163 ::' mit moderner
Zählung. Wz.: Anker in Kreis mit Stern (Bll. l ;:'-3 ;:', 161 ::'-163 ;:'; identisch im Vorsatz von Cod. Pal. germ. 167),
vergleichbar Briquet 488; gerauteter Wappenschild (Bll. 4'" 1', 160 ;:'), ähnlich Briquet 1.999 (Speyer 1545; vgl.
Kat. Heidelberg, UB 6, S. XVII). Schriftraum (rundum mit Tinte begrenzt; Zeilengerüst mit Tinte vorgezeich-
net; am Rand Einstichlöcher): 21,7-22,3 x 14,9-15,9; zwei Spalten, 44 Zeilen. Text versweise abgesetzt, Reime
zum Teil durch Punkte markiert. Textualis von einer Hand in zwei unterschiedlichen Schriftgraden (vgl. z. Bsp.
129 vb/130 ra). l ra-22 ra Eigennamen am Rand von einer Hand des 15. Jhs. ausgeworfen, 22 rb-27 ra durch Ziffern am
Rand markiert. Korrekturen und Ergänzungen von mehreren späteren Händen, zum Teil auch vom Rubrikator
(38 va). Lombarden an Sinnabschnitten in Rot über zwei oder drei Zeilen (zum Teil nicht ausgeführt), 1 r—1 l r zu
Beginn der Spalten größere Majuskeln, zum Teil mit Palmettenbesatz oder Profilfratzen (5 vb, 7 va, 9 vb). Übliche
Rubrizierung, erste Buchstaben der V. von roter Linie durchstrichen, rote und schwarze Paragraphzeichen.
Autonome Randzeichnungen (Feder in Rot und Schwarz): Köpfe (67 rb, 68 va, 106 rb [bezeichnet mit bomer],
131 rb), Vögel (68 ra, 76' b, 157 vb), Baum und Schwert (98 lb), Pferd (109 vb), Deutschordenswappen mit Helm und
Helmzier (129 tb), Steinschleuder und Burg (134 rb, 138 rb), Armbrust (139 va), Blume (140 vb). Maniculx. Perga-
menteinband des 17. Jhs. (römisch), Riickentitel: 333/ [19. Jh.: Alexander/ von/ Rndolf von/ Montfort, darunter
von späterer Hand: (?)/ p. 147 d] De Alexandro/ Magno/ Poema. Gelb-griines Kapital. Rundes Signaturschild,
modern: Pal. Germ. 333.

Herkunft: Datierung aufgrund des Schriftbefundes. Zur Lokalisierung vgl. die Interpolation nach V. 25.606: So
han ich baz mich versunnen/ Beszer sin ist vmb Winphen vnd Heilprunnen. 159 vb Hinweis auf den Auftraggeber
Konrad von Urbach, Deutschordensbruder zu Horneck. 1330 war ein Anselm von Urbach Komtur zu Horn-
eck, er wird bereits 1314 als Komtur in Heilbronn erwähnt, vgl. Dieter J. Weiss, Die Geschichte der Deutsch-
ordens-Ballei Franken im Mittelalter, Neustadt/Aisch 1991 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische
Geschichte 9/39), S. 432. 1339/40 ist ein Friedrich von Urbach Landkomtur in Franken (vgl. Weiss, s.o., S. 403).
Ein Konrad von Urbach wird 1319 als Kirchherr zu Süßen, Lkr. Göppingen, erwähnt. Vgl. Regesten zur Ge-
schichte der Herren von Urbach, hrsg. vom Hauptstaatsarchiv Stuttgart, bearb. von Robert Uhland, Stuttgart
1958 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archiwerwaltung Baden-Württemberg 5), S. 11 Nr. 44. Die Hs.
könnte den Pfalzgrafen bei Rhein als den Schirmherren über die Deutschmeister oder über den Deutschordens-
besitz in Weinheim und Heidelberg zugekommen sein. Hs. der älteren Schloßbibliothek, bei der Katalogisie-
rung 1556/59 verzeichnet: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1937, 4 r [Historiographi et Cosmographi A In Foliis;
Verweiszeichen für ‘Fabel’]: Vom künig Alexander geschriben perment reymen 1.1.3 (gleichlautend Cod. Pal.
lat. 1941, 3 r). l r der im Zuge dieser Katalogisierung eingetragene Bibliothekstitel: Vom konig Alexander. Danach
bei der Katalogisierung 1581 im Inventar der Heiliggeistbibliothek verzeichnet: Vatikan BAV Cod. Pal.
lat. 1956, S. 59 [2°]: Geschichten konig Alexandri reymen perment bretter schwartz leder bucklen (gleichlautend
Cod. Pal. lat. 1931, 307 v). 4 ;:' v Inhaltsangabe (17. Jh.): Liber de gestis Alexandri Incerto authore, von späterer
Hand Hinweis auf die Autornennung 147 vb ergänzt. 4 ;:' r Capsanummer: C. 92. 160 ;:' alte römische Signatur
(versatim): 1824. Eine Abschrift des 19. Jhs. durch Johann Georg Lehmann (s. Einleitung, S. XVIII) befindet
sich unter der Signatur ms. 1952 (All. 35) in der BNU Straßburg (vgl. Kat. Straßburg, BNU, S. 403). Vorder-
spiegel Inhaltsangabe (20. Jh., Bibliothekar Hermann Finke).

Schreibsprache: niederalemannisch mit schwäbischen und bairischen (Vorlage?) Formen.

Literatur: Bartsch, Nr. 162; Adelung, Nachrichten, S. 24; ders., Gedichte, S. 47-54; Wilken, S. 413; Alexan-
der von Ulrich von Eschenbach, hrsg. von Wendelin Toischer, Tübingen 1888 (BLV 183), S. VHIf.; Kat. HSA-
BBAW, Günther Jungbluth, Januar 1938, 8 Bll.; Claudia Medert, Der ‘Alexander’ Ulrichs von Etzenbach.
Studien zur Erzählstruktur und Gattungsproblematik, Göttingen 1989 (Palasstra 287), S. 13; Birgit Meineke,
Krakauer Neufund zum Alexanderroman des Ulrich von Etzenbach, in: Nachrichten der Akademie der Wissen-

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