Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Page: 256
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Cod. Pal. germ. 371

Dreiberg mit Buchstaben MGS (Bll. 326 ::'-328 ::), ähnlich Heawood 1.460 (Rom 1654; vgl. Kat. Heidel-

berg, UB 6, S. XVI); zwei Varianten Hellebarde (Bll. 1-114), darunter ähnlich Piccard 9, VIII/801 (Montpellier
1395); Dreiberg (Bll. 115-325), ähnlich Piccard 16, 1/98 (Nijmegen 1412); Traube (Bl. 317), vergleichbar Pic-
card 14, Typ 1/571-579. Schriftraum (Zeilengerüst mit Tinte vorgezeichnet, 317 r/v blind geritzt): 14,6-15 x 7,9-
8,2; 25-26 Zeilen. Text versweise abgesetzt. Bastarda von einer Hand. Auf dem eingefügten Einzelbl. 317 ,/v eine
zweite, jiingere Hand (Mitte 15. Jh.), die die durch Blattverlust, s.o., entstandene Textliicke ersetzt. Rote Lom-
barden über eine bis zwei Zeilen, teilweise mit einfachen Ausläufern, Punktverdickungen und ornamentalen
oder sternblütenförmigen Schaftaussparungen. Cadellen (rot-tintenfarben). Übliche Rubrizierung (Versalien rot
gestrichelt). Rote Tinte zum Teil stark verwischt bzw. ausgelaufen, häufig auf der jeweils gegenüberliegenden
Seite abgeklatscht. Einige Bll. mit Japanpapier kaschiert. Papier stark stockfleckig und verbräunt. Pergament-
einband des 17. Jhs. (römisch), Rückentitel: 370/ [19. Jh.: Tantarias\/ Poema ArtH Regis. Gelb-grünes Kapital.
Rundes Signaturschild, modern: Pal. Germ. 370.

Herkunft: Datierung aufgrund des Wasserzeichen- und Schriftbefundes, Lokalisierung nach der Schreibsprache.
Die bislang in der Literatur übliche Datierung auf das Ende des 15. Jhs. ist aufgrund des Befundes nicht zu
halten, vielmehr handelt es sich bei Cod. Pal. germ. 370 um die älteste der bislang bekannten ‘vollständigen’ Hs.
des Textes. Bei der Katalogisierung 1581 im Inventar der Heiliggeistbibliothek verzeichnet: Vatikan BAV Cod.
Pal. lat. 1956, S. 62 [4°]: Kunig Artus, reymen, papir, bretter rott leder bucklen (gleichlautend Cod. Pal. lat. 1931,
309 r). l r der vermutlich im Zuge der Katalogisierung 1581 eingetragene Bibliothekstitel: Konig Artus (die Hs.
war also bereits zu diesem Zeitpunkt zumindest am Anfang unvollständig). l r Capsanummer: C. 74; alte römi-
sche Signatur: 2133. l ::' r und in der gesamten Hs. verteilt Blei- und Tintenstiftnotizen, Verweiszeichen und
Notabenevermerke zu Textlücken und Versumstellungen von dem Germanisten Eberhard von Groote (1789-
1864) aus dem Jahre 1828, vgl. Peter Kern, Eine Handschrift von Pleiers ‘Tandarios und Flordibel’ im Histori-
schen Archiv der Stadt Köln, in: ZfdA 104 (1975), S. 41-54, bes. S. 44f. Eine Abschrift des 19. Jhs. durch Johann
Georg Lehmann (s. Einleitung, S. XVIII) befindet sich unter der Signatur ms. 1969 (All. 52) in der BNU Straß-
burg (vgl. Kat. Straßburg, BNU, S. 405).

Schreibsprache: südbairisch (317 r/v alemannisch).

Literatur: Bartsch, Nr. 197; Adelung, Nachrichten, S. 29; Wilken, S. 449f.; Kat. HSA-BBAW, Günther
Jungbluth, Juni 1938, 9 Bll.; Digitalisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg370.

l r-325 v DER PLEIER, TANDAREIS UND FLORDIBEL (Fragment). [Anfang fehlt] Nach
irem willen als sy gertl seinen dinst er gein ir chert... 325 v Rich ze frewden wol das lant/ Des er
dikch trawrens pflag [bricht ab]. Text: Mone, Anzeiger 5, Sp. 423 (Auszug nach dieser Hs.);
Tandareis und Flordibel. Ein höfischer Roman von dem Pleiaere, hrsg. von Ferdinand Khull,
Graz 1885, S. 8/V. 761-183/V. 18.250 (mit dieser Hs., diese mit zahlreichen Auslassungen und
Umstellungen; Lesarten S. 197-241, Sigle h). Neuedition in Vorbereitung (Nikolaus Ruge).
Zum Text vgl. Peter Kern, in: VL 2 7 (1989), Sp. 728-737, bes. Sp. 73lf. (mit weiterer Über-
lieferung; Hs. erwähnt). Hs. u.a. erwähnt bei Armin Wolff, Untersuchungen zu ‘Garel von
dem blühenden Tal’ von dem Pleier, Diss., München 1967, S. 13; Peter Kern, Die Artus-
romane des Pleier. Untersuchungen über den Zusammenhang von Dichtung und literarischer
Situation, Berlin 1981 (Philologische Studien und Quellen 100), S. 12. - l* v-2* v, 326 ::' r-328 ::' v

Cod. Pal. germ. 371

Ulrich von Zatzikhoven: Lanzelet

Papier • 182 Bll. • 24,5 x 18,2 • Straßburg • 1420

Lagen: (VI-1) 7 (mit Spiegel, Bll. l ::'-3 ::')+ VI 19 + 2 (VI-1) 41 + IV 49 + 2 VI 73 + VIII 89 + V 99 + 4 VI 147 + V 157 +
VII 171 + IV 179 . Nach den Bll. 27 und 40 jeweils ein Bl. herausgeschnitten (kein Textverlust). Doppelbl. 1/2:

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