Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Page: 323
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Cod. Pal. germ. 406

Cod. Pal. germ. 406

Heinrich Münsinger: Buch von den Falken, Habichten, Sperbern, Pferden
und Hunden • Iordanus Rufus: Hippiatria, dt. • Roßarzneien

Papier • 187 Bll. • 21 x 15,5 • Nordbayern (Neumarkt in der Oberpfalz?) • um 1475

Hs. aus zwei Faszikeln zusammengesetzt (I. Bll. 1—119; II. Bll. 120-186). Die beiden Teile wurden allerdings in
engem zeitlichen Zusammenhang vom selben Schreiber in fast identischer Einrichtung aber mit getrennter Foli-
ierung geschrieben. Lagen: I 1 (mit Spiegel) + ... Moderne Foliierung: 1*, 117-186. Bei zahlreichen Einzclre-
zepten am Rand ein kleiner Kreis (Hinweis auf erfolgte Kopie oder Kollationierung; vgl. Cod. Pal. germ. 202,
211, 260, 281; s. auch Herkunft). Brauner Kalbledereinband über Holz auf drei Doppelbünden mit blinden
Rollenstempeln sowie Platten- und Einzelstempeln in Gold von Jörg Bernhardt (?) für Kurfürst Ottheinrich von
der Pfalz. Vorderseite vergoldete Platte mit Bildnis Kurfürst Ottheinrichs in Kartusche, oben O.H. [Otthein-
rich], unten P.C. [Pfalzgraf Churfürst]; Jahreszahl: 1558; Rückseite vergoldetes Wappen der Pfalz in Kartusche
(Haebler 2, S. 71, Nr. V, VII, Nr. 2/6, 3, 7). Messingbeschläge, zwei Riemenschließen. Restaurierung 1962
(Hans Heiland/Stuttgart), dabei Papierschild mit altem römischen Rückentitel abgelöst und separat aufbewahrt
(jetzt Cod. Pal. germ. I): Medicina/ Equorum (17. Jh.). Schneider, s. Lit., liest noch auf dem Rücken 40[6] und
die alte römische Signatur: 1439. In der ersten und letzten Lage leichter Wurmfraß.

Herkunft: Datierung aufgrund des Wasserzeichenbefundes, Lokalisierung nach der Schreibsprache. 115' Besitz-
eintrag (Auftraggeber): Herczog Otten etc. ist daspuch (vermutlich Pfalzgraf Otto II. von Mosbach-Neumarkt).
Zum Übergang in die Bibliotheca Palatina vgl. Cod. Pal. germ. 369 unter Herkunft. Hs. der älteren Schloß-
bibliothek, zeitweilig im Besitz Kurfürst Ludwigs V. von der Pfalz, der sie für seine Rezeptsammlungen exzer-
pierte, vgl. die mit Sicherheit aus seinem Besitz stammenden Handschriften mit identischen Kopiermarken (u.a.
Cod. Pal. germ. 202, 211). Danach im Besitz Kurfürst Ottheinrichs von der Pfalz (zum Einband s.o.), verzeichnet
bei der Katalogisierung 1556/59: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1942, 68 r [Medicini, 4°]: Pferdt Artzney Auf Papir
(gleichlautend Cod. Pal. lat. 1943, 71 r; vielleicht auch Cod. Pal. germ. 408 gemeint). l r der im Zuge dieser Kata-
logisierung eingetragene Bibliothekstitel: Pferd Artzney. Danach bei der Katalogisierung 1581 im Inventar der
Heiliggeistbibliothek verzeichnet: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1939, 156 r: Pferd Artzeney geschrieben papir in 4
dick, bretter, rott leder bucklen B (gleichlautend Cod. Pal. lat. 1938, 142 v). Im ersten Teil von Cod. Pal. germ. 408
(T-14T) liegt vermutlich eine aufgrund Lagenverlust (s.d.) fragmentarische Abschrift der Hs. vor. l r Signatur
(16. Jh.?): B (vgl. Cod. Pal. germ. 202, T' r: A; Cod. Pal. germ. 206, T: D; Cod. Pal. germ. 408, l r: C). T r Capsa-
nummer: C. 134. Vorderdeckel alte römische Signatur: 1395.

Literatur: Bartsch, Nr. 226; Wilken, S. 469; Kat. HSA-BBAW, Ludwig Schneider, März/April 1939, 21 Bll.;
Eis, S. 8 Nr. 70; Lindner 1, S. 79 (Sigle J; mit Abb.); Digitalisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg406.

I.

Bll. 1-119. Lagen: 6 VI 72 + (VI+1) 85+ 2 VI 1OT + V" 9. Bl. 98a in die Lage eingehefteter Zettel mit Ergänzung
zweier Rezepte (gleiche Hand, gleiche Einrichtung), Maße: 10,2 x 15,3. Regelmäßige Reklamanten. Zeitgenössi-
sche Foliierung in Rot: I-CXVI (im Katalogisat als 1-116 bezeichnet). Wz.: zwei Varianten Waage (Bll. 1-12,
13/24), darunter Piccard 5,1/265 (Stuttgart 1475); zwei Varianten Sonne (einkonturige, geflammte Strahlen mit
innerem Kreis) mit Kreuz mit Beizeichen (Bll. 14-23, 61-74, 76-85, 110-119), Piccard, WZK, Nr. 41.296
(Innsbruck 1471), Nr. 41.297 (o.O. 1473); zwei Varianten Ochsenkopf mit zweikonturiger Stange mit Blume,
unten zweikonturige Stange mit Kreuz (Bll. 25-60, 75, 86-97), Piccard 2, Typ XIII/723 (Augsburg u.ö. 1471-
1474), Typ XIII/724 (Augsburg u.ö. 1471-1474); zwei Varianten Ochsenkopf mit Krone mit zweikonturiger
Stange mit Blume (Bll. 98-109), Piccard 2, Typ XV/357 (Nürnberg u.ö. 1473, 1474), Typ XV/358 (Nürnberg
u.ö. 1473, 1474). Schriftraum (rundum mit Tinte begrenzt): 13,6-14,5 x 9,5-9,9; 19-23 Zeilen. Bastarda von einer
Hand (auch Schreiber von Teil II). Überschriften eingerückt und durch Paragraphzeichen markiert (meist mit
einer von dem Paragraphzeichen ausgehenden roten Linie überstrichen). Rote Lombarden über eine bis vier
Zeilen. Zahlreiche rote Paragraphzeichen. Übliche Rubrizierung.

Schreibsprache: nordbairisch.

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