Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Page: 481
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Cod. Pal. germ. 456

84‘-202 % CDIE MINNEBURG’ (Fragment). [Prolog:] Dltz buch daz hat funf Capitel.
Daz erste Capitel saget ein geschichte wie mynne wart gehorn ... 85 v vnd kan durch wirde
daz suße wyp dez lyh wyt sunne treit. 86 l [Text:] ES waz an einem sumer tag/ So hitz tut
hitz von ir iag ... 202 1 Ez schein es hrant es glanst es gleizz/ Daz diser hreiten erden kreis
202 v [Text überwiegend unleserlich; bricht ab]. Text (nach dieser Hs.): Pyritz, S. 1-166.
Cod. Pal. germ. 455 ist der umfangreichste Textzeuge der längeren Reimfassung (A). Zum
Text vgl. Walter Blank, in: VL 2 6 (1987), Sp. 566-571 (mit weiterer Parallelüberlieferung;
Hs. erwähnt). Hs. erwähnt bei Mone, Badisches Archiv 1, S. 94-96; ders., Quellen und
Forschungen, S. 221-239; Brandis, S. 191f. Nr. 485. - 203 ::' r/v leer.

KZ

Cod. Pal. germ. 456

Thomas Kybbett: The teares of time

Papier ■ Reste von 15 Bll. • noch 19x13- Heidelberg (?) • 1612/13

Lagen: Der Text liegt in Einzelstrophen vor. Der Schriftraum war ursprünglich mit Tinte begrenzt, die einzel-
nen Str. der Elegie waren durch Tintenlinien voneinander getrennt. Durch Tintenfraß ist die Hs. in Fragmente
der einzelnen Str. zerfallen. Die Hs. bestand ursprünglich wohl aus 16 Bll. (Vorderspiegel, TitelbL, 1 Bl. Wid-
mungsvorrede, 12 Bll. Text [insgesamt 91 Str., 8 je Bl. und 3 auf dem letzten Textbl. recto], Hinterspiegel).
Davon lassen sich 8 Bll. (Vorderspiegel, Widmungsvorrede, 6 Bll. Text) vollständig, andere in Teilen rekonstru-
ieren. Der Hinterspiegel ist komplett verloren, vom Titelbl. fehlen über drei Viertel. Aufgrund vorhandener Wz.
lassen sich einzelne Seiten als recto- bzw. verso-Seiten identifizieren. Der Rekonstruktionsversuch Wolfrums
schlägt fehl, da er die Lage der Wz. nicht beachtet. Fragmente auf Seidenpapier montiert, zum Teil der Edition
Wolfrums folgend. Denkbar ist eine ursprüngliche Anordnung der Bll. in zwei Quaternionen, die je vier Bll.
mit und vier ohne Wz. enthielten (Bll. mit Wz. [nach der Edition Wolfrums]: Vorderspiegel, Bll. 3, 4, 5, 6, 9,
12; der verlorene Hinterspiegel muß ebenfalls ein Wz. enthalten haben): 2 IV 14 (mit zwei Spiegeln). Durch die
Lage der Wz. in einer Quarths. im Bund müssen entgegen der Edition Wolfrums auch recto- und verso-Seiten
ausgetauscht werden. Es ergibt sich nach ihrer Edition folgende mögliche Abfolge der Bll.: Vorderspiegel, Bl. 1
(Titelblatt, nur noch Properz-Zitat erhalten), Bl. 2 (Widmungsvorrede), Bll. 3-4, 11, 7, 6, 9, 8, 10, 5, 12-14 (Text),
Hinterspiegel (verloren). Da keine inhaltlichen Kriterien zur Klärung des Problems herangezogen werden kön-
nen - die Str. stehen inhaltlich weitgehend unverbunden nebeneinander - bleibt auch diese Interpretation vage.
Wz.: Wappen Habsburg, vergleichbar Briquet 1.476 und 1.477. Schriftraum (war rundum mit Tinte begrenzt):
17 x 11 (zum Teil ist ein Kolumnentitel erhalten, außerdem 6 Falze); 24 Zeilen. Text versweise abgesetzt.
Englische Buchschrift des 17. Jhs. (‘Elizabethan hand’) von einer Hand (Thomas Kybbett?). Auf dem Vorder-
spiegel Abklatsch eines Titelschilds: The teares of time. Am Vorderspiegel außen schwarze Textilreste (Hinweis
auf schwarzen Samteinband?), Durchstiche für zwei Verschlußbänder. Reste von Einbandmakulatur (zum Teil
19. Jh.), die Aussagen Wolfrums, S. 24f., zum Einband (Broschur?) sind zweifelhaft. Papiernes Riickenschild
(19. Jh.): Englische Hdschr. 456.

Herkunft: 2 r/v Widmung an Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, der im Februar 1613 mit Elisabeth Stuart
(1596-1662) eine Schwester des in der Elegie beweinten Kronprinzen Flenry (f 1612) geheiratet hatte. Ob die
Hs. noch während der Brautschau Friedrichs 1612 in London hergestellt und übergeben wurde, oder ob sie ihm
erst 1613 in Heidelberg zu Händen kam, muß offen bleiben. Das Wz. des Papiers einer wohl mittelrheinischen
Mühle (Briquet) mit dem Habsburger Wappen macht jedoch eine kontinentale Entstehung der Hs. wahr-
scheinlich. Sollte die Hs. erst in Heidelberg entstanden sein, ist sie auf 1613 zu datieren. Danach wohl Bestand-
teil der jüngeren Schloßbibliothek. Das Katalogisat folgt in den Blattangaben der Edition Wolfrums.

Literatur: nicht bei Wille; Adelung, Nachrichten, S. 34; Wilken, S. 546; Kristeller 3, S. 573; Wolfrum;
Digitalisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg456.

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