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Kekulé von Stradonitz, Reinhard [Editor]; Rohden, Hermann von [Oth.]
Die antiken Terrakotten (Band I): Die Terracotten von Pompeji — Berlin u.a., 1880

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.947#0048
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Tafel I.

Simafragment vom griechischen Tempel. Grösste
Breite 0,35, Höhe 0,22, von oben bis zur Spitze derSchriauze
0,24. Jetzt im Localmuseum, von Fiorelli in den Maga-
zinen gefunden und veröffentlicht Scavi di P. tav. 20.

Ueber Zeit und Ort des Fundes ist nichts bekannt,
doch hat Fiorelli a. a. O. richtig erkannt, dass er dem
griechischen Tempel angehöre; Stücke der Sima jenes
Tempels waren Ende des vorigen Jahrhunderts vorhanden.
Kcerl 187 spricht vom »Zierrath eines Gesimses, welches
wahrscheinlich den Kranz umgab, von gebrannter Erde
und mit jenen Masken versehen, die bei den Alten statt
der Dachrinnen dienten.« Vgl. Romanelli (tS17) 179. Was
bei Samt-Non I 2 n. 82 (Naples) E als Sima des griechi-
schen Tempels abgebildet ist, ist: von unserem Fragment
gänzlich verschieden. Die Zeichnung des Profils wider-
spricht so sehr allem sonst bekannten, dass schwere Zweifel
gegen die Zuverlässigkeit jener Abbildung rege werden.

Dies einzige archaische Thonornament, das uns in
Pompeji erhalten ist, kann nur dem griechischen Tempel
zugewiesen werden. Es ist von allen übrigen durch einen
mehrhundertjährigen Zeitraum getrennt. Fiorelli weist zur
Vergleichung hin auf aleune tegole cwnane rinvemite insieme
alla skia arcaica di Criiobolo; die zahlreichen Simastücke
von der athenischen Akropolis und Olympia bieten die
nächsten Analogien, Erst bei einer Zusammenstellung dieser
alten Thonornamcnte kann der Platz, der dem unsern in
der grossen Reihe zukommt, genauer bestimmt werden.
An seiner Arbeit von Griechenhand circa sei secoli innmm
F e. v. wird sich kaum zweifeln lassen.

Tafel IL
Simastück vom Venüstempel. Breite 0,67, Höhe
0,35. Der Kopf springt 0,33 vor, die Ausgussrinne Ist abge-
brochen. Im Localmuseum (n. 990); zwei andere Stücke
befinden sich im Mercurtempel, wo sie auch von Donald-
son gesehen wurden.

Ihre Herkunft aus dem Venüstempel verbürgt allein
Donalrison, dessen in vieler Beziehung wertvolle Abbildung
(I vor S. 57) in Front- und Seitenansicht die Fig. 22 a. b.
wiedergibt; in den Fundberichten werden sie nicht erwähnt
Am Kopfe selbst ist alter feiner Stuck, auf der Platte
eine dickere und gröbere Lage. Von Farbe ist jetzt keine
Spur sichtbar. Die runden Locher auf beiden Seiten der
Platte dienten vermutlich als Dübellöcher, um die grossen

schweren Platten fest mit einander zu verbinden und genau
zusammen zu fügen.

Diese Stücke gehörten dem Traufkränze der Cella an;
auch Gell3 1 57 sagt vom tempk iiself: The water was spoui-

cd front the roof by large projecthig lioiis' heads. Vgl. Ro-
manelli (1817) 139. Ueber die Angabe Breton's3 62 s.
oben S. 6 Ig,

Tafel III.
Zwei Fragmente grosser Greifenköpfe, die, wie
der besser erhaltene zeigt, als Speier an einer einspringenden
Ecke, also in einem Atrium oder Peristyl, dienten. Hochroter
körniger Thon, Die Köpfe sind im Innern hohl, das Mund-
stück fehlt bei beiden; die Lange des Kopfes betrug min-
destens 0,30, die Höhe über 0,24. Längendurchschnitt
 
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