Ruskin, John
Grundlagen des Zeichnens: drei Briefe an Anfänger — Straßburg, 1901

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Zweiter Brief.

Das F,kizzieren nach der -Knwr.

102. Meine liebe Leserin oder Leser, die Arbeit,
welche wir bisher zusammen durchgenommen haben,
hat Sie, wie ich hofse, so weit gesnhrt, daß Sie mit
gutem Erfolge sowohl abgernndete einzelne Körper, wie
zum Beispiel Steine, oder znsammengesetzte Gruppen von
Formen, wie Blattwerk, zeichnen können; dabei war aller-
dings voransgesetzt, daß alle diese Gebilde ruhig vor
Jhnen lagen und in ihrer Gesamterscheinnng nicht
ausgedehnt genng waren, nm Jhre Geduld aus eine
allzn harte Probe zu stellen. Aber wenn wir nun
hinausgehen in's Freie, um eine ganze Landschast
zu zeichnen, trifft keine von diesen Voraussetzungen
mehr sür nns zu. Die Wolke wartet nicht, bis wir
ihre Berge und Klüfte abgezeichnet habenchhre Schatten
werden uns entschwinden, während wir sie festhalten
wollen, sie werden, bei ihrem geheimen, kanm wahr-
nehmbaren Wechsel, das Licht plötzlich da wieder her-
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