Schliemann, Heinrich
Mykenae: Bericht über meine Forschungen und Ertdeckungen in Mykenae und Tiryns — Leipzig, 1878

Page: 134
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134 Fünftes Kapitel.

grossen inneren cyclopischen Mauer. — Die doppelte parallele kreisförmige
Reihe von Steinplatten diente als Einfassung der königlichen Gräber und
der Agora. — Beweise dafür. — Interessante Gegenstände in und neben der-
selben gefunden. — Ein grosses cyclopisches Haus mit Cisternen und
Wasserleitung, wahrscheinlich der alte königliche Palast. — Keine Fenster
in dem Hause. — Die Quelle Perseia. — Dort gefundene Kunstgegen-
stände. — Ein Siegelring von Onyx. — Vasengemälde gepanzerter Krieger.
Mit der Hand gefertigte Töpferwaare in der Akropolis.

Mykenae, 30. September 1876.

Seit dem 9. d. M. habe ich die Ausgrabungen mit 125 Mann
und fünf Schuttkarren energisch fortgesetzt und, da das Wetter
herrlich war, gute Fortschritte gemacht.

In dem Schatzhause, wo Frau Schliemann allein das
Commando führt, arbeiten wir mit 30 Mann und 2 Schutt-
wagen und haben die furchtbarsten Schwierigkeiten, die vom
oberen Theile des Doms herabgefallenen Hunderte -von grossen
Blöcken fortzuschaffen. Die inneren Wände dieses Schatzhauses
sind dem Anscheine nach nie mit bronzenen Platten bedeckt ge-
wesen wie das Schatzhaus des Atreus hier und das des Minyas
in Orchomenos; wenigstens sehe ich hier nirgends in den Steinen
die Löcher der bronzenen Nägel, womit die Metallplatten be-
festigt wurden; jedoch kann ich nicht umhin zu bemerken, dass
auf der inneren Ostseite des Schatzhauses, zwischen den Steinen,
ein grosses Stück einer bronzenen Platte hervorsteht, welches
so fest steckt, dass es nicht herausgezogen werden kann; ich
vermnthe daher, dass es beim Bau des Schatzhauses dort be-
festigt worden ist. Es ist nicht denkbar, dass dies nur zu-
fällig geschehen sein sollte, jedoch fällt es mir schwer zu
glauben, dass diese bronzene Platte von einer einstigen, nicht
an die Steine genagelten, sondern in den Fugen zwischen den-
selben befestigt gewesenen Wandbekleidung von bronzenen
Platten herrühren sollte, denn in diesem Falle müsste man
nach meiner Meinung an vielen Stellen die Trümmer einer
solchen Wandbekleidung finden. Dies Schatzhaus ist einfacher
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