Grass, Carl August von [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 144
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DER ADEL IN BADEN. NACHTRÄGE.

8. September 1680, ebenfalls durch den Kaiser Leo-
pold I.

5. Georg Felix Ritter von Mohr zu Sonneck
und Kost lau, Aufnahme in die tyroler Landmannschaft
am 17. Mai 1687.

1. Stammwappen (1514): in S. Brustbild eines
Mohren mit g. Kette um den Hals und g. Ohrringen
mit Eubinstein.

Kleinod: gekrönt, wachsend ein nackter Mohr, mit
der g. Halskette und den Ohrringen, in jeder emporge-
hobenen Hand einen g. Granatapfel, an der aufgesprun-
genen Stelle r., in die Höhe haltend.

Decken: 4t s-

2. Vermehrtes Wappen (1668): geviert. I. u.
IV. Stammwappen. II. u. III. von tt und S. schräg
links gespalten, darin ein Greif in verwechselten Farben.
(Wappen derer Kuchler).

Kleinod: gekrönt zum Stammwappen.

-Decken: tt s.

3. Vermehrtes Wappen (1680): wie de 1668
nur belegt mit s. Mittelschild, mit r. Herz darin der g.
Buchstabe P.

Kleinode: 2 gekrönte Helme. I. zum Stammwap-
pen. II. wachsend ein s. Greif (Kuchler).

Decken: beiderseits tt s-

(Hof- und Staatshandbücher. v. Wechmar S. 46.
Familien-Mittheilungen. Heyer von Rosenfeld. H. Heydt-
Vanotti).

Oliähausen. (Taf. 83.)

Diese Familie, welche zu den Patriziern von Heil-
bronn gehörte, soll aus einem Dorf gleichen Namens
im Oberamt Neckarsulm stammen und ihr der gross-
herzogliche Justizamtmann Friedrich von Olnhau-
sen zu Marchin gen angehören, welcher daselbst am
1. April 1813 gestorben ist, wahrscheinlich ohne Nach-
kommen zu hinterlassen. Im vorigen Jahrhundert stand
ein v. 0. in fürstlich-wertheim’schen höheren Diensten,
vielleicht der Vater des Justizamtmanns.

Wappen: in B., schrägrecbts gelegt, eine oben
und unten mit einem Reif eingeschnürte, s. Fischreuse,
welche in der Mitte, dem breitesten Theil, nochmals von
einem Reif umgeben ist.

Kleinod: zwischen zwei von B. u S. übereck ge-
theilten, offenen Büffelhörnern, ein wachsender b. ge-
kleideter Mann, auf dem Kopfe eine s. gestülpte, spitze,
b. Mütze, s. Kragen, Gürtel und Aermelauf'schläge, in
der ausgestreckten rechten Hand einen s. Aal haltend,
welcher sich unten windet. Die Linke umfasst von aus-
sen das Büffelhorn.

Decken: b. s,

(Mittheilungen, v. Wechmar S. 50. Alter Sieb-
macher Bd. V. Taf. 266. Dr. Kaufmann).

Quenaudon.

Stammen ausWaldkirch und sind mit denen von
Gleichenstein verschwägert. Wilhelm v, Q. öster-
reichischer Hauptmann, f 1800 in Italien, vermachte
dem Armenfonds zu Freiburg die Summe von 8500 fl. —
Eine v. Q. war Erzieherin der Erzherzogin Marie, Kö-
nigin von Belgien und eine Wittwe v. Q. lebt noch
jetzt mit ihren Kindern in Freiburg.

Weitere geschichtliche Notizen und das Wappen
waren nicht zu ermitteln.

HL Heydt-Vanotti).

Heu®.

Sebastian Renz, 1525 Civilgouverneur, stammt
aus dem Ulmer Zweig der Familie und nicht, wie
irrthümlih S. 123 Zeile 9 angegeben, aus dem Augsbur-
ger Zweig.

(v. Renz).

Reuchlin.

(S. 123. Taf. 72.)

Die auf dem Altar im Wappen angebrachten Worte
Araca Pnionis, bedeuten: „ara Capnionis“.

Der berühmte Gelehrte Johann Reuchlin, welcher
der Familie angehörte, hatte die Gewohnheit seinen Na-
men latinisirt in „Capnio“ zu übersetzen, abgeleitet von
dem griechischen Worte xanvog Rauch, oder xanviov
schwacher, leichter Rauch.

(Dr. Schwartz).

Blome. (Taf. 83.)

Mitglieder dieser Familie, aus der freiherrlichen Linie,
finden sich gegenwärtig in Freiburg mit Haus etc. an-
gesessen. Das Geschlecht stammt aus Braunschweig
und ist jetzt hauptsächlich in Holstein begütert.

Wappen: in B. ein s. Windhund mit r. auch g.
Halsband.

Kleinod: öfter gekrönt, ein Pfauenspiegel.

Decken: b.-s.

(H. Heydt-Vanotti, Holsteiner Adel dieses Wer-
kes S. 4 Taf. 2).

Dmniniqne. (Taf. 84.)

Niederländisches Geschlecht, welches der dortigen
Ritterschaft angehörte, in einer Linie aber sich in den
Breisgau wendete und dort Güter erwarb, die es zum
Theil noch in diesem Jahrhundert besass. Mitgliederstan-
den im Dienste der Markgrafen von Baden-Baden und
Maximilian, Frhr. v. D., Grundherr zu Heimbach,
starb am 22. Nov. 1804 zu Frjeiburg als ult. fam. Durch
seine Schwester oder Tochter kam Heimbach an die Frhrrn.
Ulm-Erbach.

Johann Ferdinand v. D., kaiserlicher Oberst und
Kommandant zu 'Freiburg im Breissgau, erlangte den
Reichsfreiherrnstand mit Titel „Wohlgeboren“ und
Wappenbesserung, Wien den 27. Juli 1714 durch den Kai-
ser Karl VI.

Wappen 1714: von R. und B. geviert, aber durch
eine eingepfropfte s. Spitze, welche vom untern Schildes-
rand bis zur Theilungslinie aufsteigt, in 5 Felder ge-
theilt. I. und V. ein gekrönter g. Löwe, in der rechten
Pranke an g. Griff einen s. Türkensäbel schwingend.
II. Auf gr. Boden, stehend, ein s. Pelikan, seine 3 Jungen
fütternd. III. ein s. Lamm, einwärts aus g. Dreiberg
wachsend. III. (die Spitze.) Auf gr. Hügel die s. Feste
Freiburg im Breissgau mit r. Dächern und g. kaiser-
licher Standarte mit jp Doppeladler auf dem Mittelthurme.

Kleinod: zwei gekrönte Helme. I. der g. Löwe
mit dem Türkensäbel. II. Zwischen offenem +4 Flug der
g. Dreiberg mit dem wachsenden s. Lamm.

Decken: rechts r. s., links b. s.

Das Lamm und die Schildesspitze sind Wappen-
besserungen.

(Albrecht, neues geneal. Handbuch 1776. S. 198. H„
Heydt-Vanotti. Heyer von Rosenfeld.)

Daran. (Taf. 83.)

Verschieden von den Freiherrn von Durant,
stammen wohl auch aus Spanien oder Frankreich und
führen den Grafentitel. Franz Graf v. D. 1784. und
Josef Graf v. D. 1797, Brüder, waren von der Ritter-
schaft gewählte ständige Deputirte, besassen längere Zeit
das Gut Neuershausen im Grossherzogthum, sowie
andere Güter und ein Haus zu Freiburg, welches erst
in den zwanziger Jahren in andere Hände überging.
Neuershausen kam an die Freiherrn v. Pflum-
mern und dann an die Freiherrn Rink-Balde ns t ein.

Wappen nach Siegelabdruck mit der Umschrift
Josef Graf von Duran. Geviert. I. Einwärts ein
Storch oder Kranich. II. Ochsenkopf von vorn gesehen.
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