Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Siebmacher, Johann [Bibliogr. antecedent]; Grass, Carl August von [Oth.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.24727#0153
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
DER ADEL IN BADEN. NACHTRÄGE.

139

Nachträge und Berichtigungen.

Rohde. (Taf. 81.)

Ursprünglich Roden, ein alt adeliges Geschlecht
aus dem Hannöv’rischen zu Barnten angesessen. Za-
charias Erich von Roden zu Barnten t 1689,
hatte 8 Söhne, Erich Ludwig zu Gehrden, Johann
Christof zu Peine und Johann Heinrich zu
Barnten, durch sie, oder ihre Söhne, erlangte die Fa-
milie' Bestätigung des Adels und bald nachher den Gra-
fenstand. Johann Christof von Roden, königl.
grossbritannischer und kurbraunschweig-lüneburg’scher
Oberamtmann über die Aemter Ehrenburg und Boh-
renburg, — Jacob Heinrich, Bernhard Rudolf
und Christian Ludwig, Brüder (Söhne des Erich
Ludwig v. R. zu Gehrden), dann Heinrich Lud-
wig, Gottfried Emmanuel, Justus Ernst, Brü-
der (Söhne des Johann Christof zu Peine), ferner
Georg Eberhard, — des verstorbenen Friedrich
Christof Sohn, — Ludwig Friedrich Adolf und
Adolf Eberhard, Brüder (Söhne des Johann Hein-
rich zu Barnten), sämmtlich Brüder und Vettern, er-
langten, Wien den 3. Februar 1767 durch den Kaiser
Josef II. Bestätigung und Erneuerung des Adels als
Reichsadelstand mit Ehrenwort „von“, und des Wappens,
nebst Bewilligung sich nach ihren Gütern zu nennen.
Die hannöv’rische Bestätigung erfolgte am 5. Juni 1767.

Jacob Friedrich Adam v.Rohde (Roden), Ge-
heimerrath und Kammerherr und königl. preussisclier
Gesandter in Stockholm, gestorben kinderlos am 13.
April 1828 zu Wetzlar, erlangte den königl. preus-
sischen Grafenstand durch den König Friedrich II.
am 10. August 1788, sein Bruder Erich Ludwig von
(Roden) Rohde aber, Erbherr auf Gehrden und
Langenhagen im Hannöv’rischen, wurde im kurbai-
rischen Reichsvicariat, München den 12. September 1790,
als Graf von Rohde in den erblichen Reichsgrafen-
stand erhoben und sein Sohn August Friedrich
Emanuel Graf von Rohde, grossherzogl. hessischer
Kammerherr zu Langenhagen erhielt für sich und
seine Nachkommen eine Bestätigung dieses Reichsvica-
riats - Grafenstandes und für alle im Diplom genann-
ten Personen von dem König von Hannover am
25. März 1824.

Die Familie ist in Hannover, Hessen und zu Frei-
burg in Baden angesessen.

Stammwappen: von G. u. R. gespalten und auf
der Linie mit einem Panzerhandschuhe belegt, welcher
bald als linker mit der Handfläche, bald als rechter mit
dem Rücken der Hand nach aussen gekehrt, erscheint.

Kleinod: gekrönt mit dem Handschuh.

Decken: r. g.

Gräfliches Wappen (1783 und 1790). Von G.
und B. geviert mit eingeschobenem s. Pfahl mit r. Lei-
ter belegt und ein gekröntes, das Stammwappen enthal-
tende, Mittelschild. I. u. IV. lediges r. Ankerkreuz.
II. u. III. drei r. liegende Schindeln (1. 2).

Kleinode: 5 gekrönte Helme. I. stehender ^ Dop-
peladler. II. u. IV. eine ^ Straussfeder zwischen zwei
s. III. zum Stammwappen. V. g. Garbe mit r. Band
umwunden.

Decken: nicht wie gewöhnlich angegeben überall

r. g., sondern I. u. V. ^ g. II- u. IV. s. u. III. r. g.
Wahlspruch: Mors sine musis vita.

(H. Heydt. Heyer v. Rosenfeld. Knesebeck, Adel
in Hannover. Hannoversches W.-Buch dieses Werkes).

Rüclt von Collenberg. (Taf. 81).

Ludwig Freiherr Rüdt von Collenberg-Bö-
digheim, grossherzoglich-badischer Staatsminister a.
D. ist am 26. April 1877 von dem Grossherzog
Friedrich, aus Anlass Höchstdessen fünf und zwanzig
jährigem Regierungsjubiläum, in den erblichen Grafen-
stand des Grossherzogthums erhoben worden.

Derselbe war zur Zeit des Regierungsantritts des
jetzt regierenden Grossherzogs (1852,) Staatsminister des
Hauses und der äusseren Angelegenheiten und vorher und
nachher viele Jahre im* diplomatischen Dienst. Ueber
die Geschichte und Besitzungen, sowie das Stammwappen
des Geschlechtes, siehe S. 13. Taf. 9.

Der Graf hat 2 Söhne, der eine ist Offleier in
österreichischen Diensten und der andere lebt zu Heidel-
berg den Wissenschaften.

Gräfliches Wappen: von G. u. S. geviert mit
dem Stammwappen als Mittelschild. I. u. IV. ein r.
Balken (badische Hausfarben). II. u. III. ein r Hirsch-
horn, darüber ein schreitender g. Löwe. Wappen des
erloschenen Geschlechtes derer von Reinstein, wel-
chem Petrissa v. R. angehörte, der Gemalin des Rit-
ters Weiprecht des Adlern Rüdt v. Co lienberg,
der 1268—1311 vorkommt.

Kleinod: gekrönt, mit der Grafenkrone und dem

s. Rüdenkopf des Stammwappens.

Decken: r. g.

(Ministerial-Akten. Freiherr von Reck).

jRissiugen. (Taf. 81.)

Nachträglich zu der Geschichte der Grafen von
Bissingen S. 31. Taf 20, wird noch bemerkt, dass
Johann Friedrich von Bissingen, kaiserlicher
Oberst, Pressburg den 14. Juni 1647, durch den
Kaiser Ferdinand III. den erblichen Reichfrei-
herrnstand mit Bewilligung freie Herrschaften, Schlösser,
Sitze und Landgüter etc. zu besitzen und sich nach ih-
nen „von“, „zu“ oder „auf“ zu nennen, erlangt hat
und das folgende gebesserte Wappen erhielt.

Freiherrliches Wappen: von und R ge-
viert mit dem Stammwappen, in B. die beiden mit dem
Rücken gegen einander gekehrten „ Hartschiere n-
Schaaren“, als Mittelschild. I. u. IV. auf gr. Drei-
berg, einwärts ein g. Greif mit blankem Schwert in der
rechten Pranke. II. Aus b. Wolken im linken Obereck
hervorkommend, ein geharnischter Arm, der einen aus
g. Ast wachsenden Stiel einer g. Birne mit 2 gr. Blät-
tern hält. III. eine g. Krone, darin 2 s. Strauss-
federn.

Kleinode: Drei gekrönte Helme. I. ein rundes,
blankes, g. gefranztes „Tartschen-Schild“ besteckt
mit 10 r. Fähnlein an g. Lanzen (5 rechts und 5 links
geneigt), auf denen der g. Namenszug F. III. zu sehen
ist. II. Eine s. zwischen zwei r. Straussfedern. III. wach-
send der g. Greif.
 
Annotationen