Grass, Carl August von [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 140
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DER ADEL IN BADEN. NACHTRÄGE.

Decken: I. r. s. II. rechts links r. s. III.

Ö g-

(Heyer von Rosenfeld).

Grechtler. (Taf. 81.)

Johann Georg Edler von Grechtler, Ritter
des h. röm. Reichs, k. k. Feld-Proviant-Oher-Commissär
erlangte, Wien den 7. November 1750 von dem Kaiser
Franz I. den Reichsfreiherrnstand mit dem Titel „Wohl-
geboren“ nnd Wappenbesserung. Er starb als General-
feldwachtmeister und Geheimerrath und besass eine Zeit
lang die Herrschaft Hecklingen, welche jetzt den
Grafen von Hennin gehört.

Mit seinem Sohne und einer Adoptivtochter ist die
Familie in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts wieder
erloschen.

Wappen (1750) von G. u. B. geviert mit r. Mittel-
schild, darin ein g. Sparren. I. u. IV. rechts gekehrt
ein Ö Adlerflug. II. auf gr. Dreiberg eine r. bewehrte
s. Taube mit gr. Oelzweig im Schnabel. III. Auf grauem
Dreifelsen ein ifTf Rabe mit g. Halsband.

Kleinode: zwei gekrönte Helme. I. der graue Felsen
mit dem Raben und II. der gr. Dreiberg mit der Taube.

Decken: rechts r. g-, links ji: g-

(H. Heydt-Vanotti. Heyer von Rosenfeld).

Münzeslieim. (Taf. 81.)

Nach einer Zeichnung aus grossherzoglichem Staats-
archiv, auch ohne genaue Farbenangaben, ist das Wap-
pen der Freiherrn von Münzesheim S. 64. Taf. 89.
wie folgt zu berichtigen: 1. u. IV. statt Lorbeerkranz,
zwei unten mit den Stielen übereinaudergelegte, nach
innen gebogene, oben sich nicht berührende Lor-
beerzweige. II. u. III. in Purpur (?) die beiden Fähn-
lein an gekreuzten Hellebarden.

Kleinode: I. Die beiden Zweige und II. die ge-

kreuzten Hellebarden Fähnlein.

(von Weech).

Spitrre. (Taf. 81.)

Zu S. 24 muss berichtigend bemerkt werden, dass
dem im Grossherzogthum blühenden Zweig dieses Ge-
schlechtes die Behörde, welcher die Aufsicht über die
Adelsrechte zusteht, bis jetzt amtlich nur das Freiherrn-
Prädikat anerkannt hat, vorbehältlich weiteren Nach-
weises der Berechtigung zur Führung der Grafenwürde.

(Ministerial-Akten).

vou der lei), (Taf. 81.)

Zu S. 86. Näheres über den Adel dieser Familie,
welche nicht in den Verzeichnissen des Ministeriums auf-
geführt wird, hat sicii nicht ermitteln lassen. Das Wap-
pen aber, nach einer Abbildung, welche sich im Bezitze
eines Mitglieds desselben befindet und die aus der Samm-
lung des Bürgers, auch hof- und der vorderösterreichi-
schen Landschaft-Wappenmalers Josef Stein in Wien
(1609) herstammt, bediente sich Alois von der Ach,
englischer Rathsherr, geboren den 8. Oktober 1473, des
unten beschriebenen Wappens, das als Geschlecbswap-
pen gilt.

Wappen: getheilt, oben ein Stern, unten aus dem
Schildesrande hervorwachsend, hält ein Mann mit eng
anliegendem, zugeknöpftem, mit einem Gürtel zusammen-
gehaltenem Rocke und blossem Haupte, in jeder Hand
der emporgehobenen Arme, an langem Stiele ein Klee-
blatt.

Kleinod: gekrönt mit 3 Kornähren an beblätterten
Stielen.

Decken und Farben: unbekannt.

(Dr. Bader).

Bank. (Taf. 81.)

Diese in Baden vorkommende Familie scheint ver-
schieden von dem Geschlechte von der Banck zu sein,
welches S. 87. Taf. 51 erwähnt worden ist, obschon Mit-
glieder derselben auch zuweilen sich mit ck geschrieben
haben.

Sie besass — nicht die von der Banck wie oben
angegeben — das Freigut Rainhof im Kirchzarter
Thale, jetzt den Freiherrn von Neveu grundherrlich
zustehend und verbreitete sich von da nach Bleich-
heim bei Ettenheim, nach Bühl bei Offenburg
und nach Kirchzarten. Von diesen Linien finden sich
noch jetzt Mitglieder in den genannten Orten.

Der Linie in Kirchzarten gehört der Pfarrer H. von
Bank zu Herdwangen an, dessen Güte die hier ge-
gebenen Notizen zu danken sind, ein Adelsdiplom der
Familie besitzt derselbe indessen nicht.

Der Erste, der sich der Tradition zu Folge, vor
etwa 200 Jahren im Kirchzarter Thale niederliess, war
ein österreichischer Officier v. B. Er erwarb den Rain-
hof und bewohnte ihn, wie seine Nachkommen noch bis
zu Anfang dieses Jahrhunderts.

Wappen: in R. auf einer g. Bank mit 4 Füssen,
ein auffliegender s. Vogel (Geier?).

Kleinod: stehend der s. Vogel.

Decken: r. s.

(Familien-Mittheilungen. Dr. Bader. Badisches Le-
sicon S. 896).

Barioü, (Taf. 81.)

Zu Moosburg bei Constanz begütert, früher
auch in und bei Heidelberg mit Haus und Liegen-
schaften angesessen. Ein von B. war Advokat in Hei-
delberg, zog sich nachher aber auf das genannte Gut
zurück, woselbst seine Nachkommen noch leben.

Michael B., k. k. österreichischer Artillerie-Offi-
cier des Büciisenmacher Lehrlingsinstituts zu Wien, geh.
1752 zu Zell im Kurpfälzischen, Wittwer mit 3 Söhnen,
erlangte den österreichischen Adelstand in Folge seiner
mehr als 30jährigen Dienstzeit, Wien den 27. November
1818, mit Prädikat von Zellthal.

Wappen: getheilt. Oben von s. und b. gespalten.
Vorn, auf der Theilungslinie ruhend, eine schwörende
Hand mit r. Aermel, hinten ein sechsstrahliger s. Stern.
Unten ein g. Löwe.

Kleinod: gekrönt, ein offener b. Flug, beiderseits
mit dem s. Stern belegt, dazwischen wachsend die schwö-
rende Hand.

Decken: rechts r. s., links b. s.

(H. Heydt-Vanotti. Heyer von Rosenfeld).

Beck.

(S. 43. Taf. 26.)

Georg Ludwig v. Beck war der erste seiner
Familie, welcher in badische Dienste trat. Er hatte
3 Söhne, die S. 43 aufgeführt sind und eine Tochter:
Amalie, vermählt mit dem grossherzoglichen Haupt-
mann von Holle. Sie starb am 26. November 1847.

Karl v. B., geb. 1789, Hauptmann im badischen
Leib-lnfanterie-Regiment, starb im Feldzuge in Russland
um 1812, nicht, wie angenommen, 1821 zu Mannheim.

Ludwig v. B., geb. 1792, starb 1821 in Folge
eines Sturzes mit dem Pferde und Georg v. B., beim
Postwesen angestellt, starb 1836 in Mannheim.

Alle 3 Brüder waren unvermählt.

Der Vater der Vorgenannten, Georg Ludwig v. B.,
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