Waldmann, Emil
Lanzen, Stangen und Fahnen als Hilfsmittel der Komposition in den graphischen Frühwerken des Albrecht Dürer — Strassburg: J. H. Ed. Heitz (Heitz & Mündel), 1906

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VORBEMERKUNG.

Die vorliegende Arbeit ist im Sommer 1905 entstanden.
Ich wurde dazu von meinem Lehrer, Herrn Prof. Dr. R. Vischer,
angeregt, welcher seine Schüler auf die Mitwirkung der im
Titel genannten und ähnlicher Dinge in bildmäßiger Gestaltung
aufmerksam zu machen pflegt und es für wünchenswert er-
klärte, daß darüber einmal eine besondere Untersuchung ange-
stellt werde. Ich spreche ihm für sein Interesse, seine Rat-
schläge und seine Förderung der Arbeit meinen ergebensten
Dank aus. —
In einem Kunstwerk gibt es kaum Zufälligkeiten; wie die
landschaftlichen und architektonischen Formen im Raum einer
Menschenszene zum gewollten Eindruck desselben beitragen,
so spielen auch Geräte und Waffen ihre Rolle im Gefüge des
Bildganzen, und gerade weil sie im weiten Umkreis des Lebens
unbedeutend und in einer Menschendarstellung nur von ge-
ringem gegenständlichen Interesse sind, kann es geschehen, daß
man an der Behandlung dieses Beiwerks die künstlerischen
Absichten reiner erkennt, als bei der Betrachtung der an sich
bedeutenden Dinge, die das Interesse des Beschauers von vorn-
herein gefangennehmen.
Die Anordnung des Stoffes in der vorliegenden Unter-
suchung erfolgte nach sachlichen, nicht nach chronologischen
Gesichtspunkten. Es war dabei nicht immer zu vermeiden, daß
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