Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 23

COD. PAL. GERM. 23
Bibel NT, deutsch

Papier • 354 Bll. ■ 39,5 x 29 • Hagenau ■ 1441-1449

Lagen: 59 III354 (mit Bll. l*-3"', 354*). Jungbluth (s. Lit.) beschreibt vor der Restaurierung (s.u.) neben ei-
nem Ternio am Anfang ausschließlich Quaternionen. Bl. 355* als Hinterspiegel aufgeklebt. Ehemalige Lagen-
formel (s. Reklamant) bei Restaurierung zerstört. Reklamant 297" (Jungbluth [s. Lit.] erwähnt Reklamanten
289v, 337v). Die Hs. besteht aus Einzelblättern (jedes einzelne Blatt weist ein Wasserzeichen auf!), die zur Hef-
tung an Falze (vgl. Fragmente) gehängt wurden. Von Lauber wurden Foliobögen zur Herstellung großforma-
tiger und somit repräsentativerer Bücher benutzt. Hierauf weisen die bei allen Blättern vorhandenen mittigen
Querknicke hin (von der Faltung in die für den Verkauf üblichen Hefte oder Bücher; vgl. Saurma-Jeltsch, Bil-
derhandschriften 1, S. 78), die bereits vor der Beschriftung beziehungsweise Bemalung vorhanden waren. Zwei
Foliierungen: I. zeitgleich (15.Jh.); fehlerhaft: / [= T\-CXXXII, CXXXII(a, 20.Jh.), CXXXIII-CXLIIII,
CXLIIII(a, 20.Jh.), CXLV-CCCXXI, CCCII, CCCXXIII-CCCXLV [= 353], im 17.Jh. ergänzt: a [= 4]-c
[= 6]; II. moderne Bleistiftfoliierung: l*-3*, 4-353, 354''. Wz.: Dreiberg mit Lilie mit den Initialen MGS (Vor-
satz), ähnlich Heawood 1460 (Rom 1654; s. Einleitung, S. XVI); Ochsenkopf (verschiedene Varianten): darun-
ter Piccard 2, Typ 1/218 (Hohenrechberg 1449); weitere Variante identisch in Cod. Pal. germ. 20, 21; Anker,
ähnlich ähnlich Piccard 6,11/853 (Xanten 1444); Krone ohne Bügel, ohne Beizeichen (verschiedene Varianten),
darunter ähnlich Piccard 1, Typ 1/317 (Frankfurt/M., Kleve u.ö. 1444-1450); weitere Variante identisch in
Cod. Pal. germ. 21; unbestimmtes Zeichen (vgl. Wz. Cod. Pal. germ. 362), vergleichbar Briquet 16039; zwei
weitere Wz., nicht nachweisbar. Schriftraum: 28 x 18,5; zwei Spalten (Initialseiten: eine Spalte), 29-33 Zeilen.
Schriftraumbegrenzung blind geritzt beziehungsweise mit Metallstift vorgezeichnet. Bastarda von einer Hand.
Seitenüberschriften und zum Teil Schrift der Initialseiten und Kapitelüberschriften in Textura. Am Rand häu-
fig Perikopenbuchstaben. Etwa zeitgleiche Korrekturen (unter anderem 11ra, 98r) und Randnotiz eines Benut-
zers (174v: Passio sequitur). Rote Lombarden der Kapitelanfänge über sechs bis sieben Zeilen. Wenige Cadellen
(unter anderem 167v, 198v). Übliche Rubrizierung. 3*' kolorierte Federzeichnung: drei Sonnen. Vor den Buch-
anfängen ganzseitige Illustrationen (6V, 9V, 61v, 63", 97v, 153v, 188v, 205v, 224v, 244v, 254v, 268v, 278v, 332v); Ini-
tialen mit Rankenwerk oder figürlichen Motiven auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten (7r, 10r, 62r, 98r,
154r, 189', 206r, 225r, 245r, 255r, 269r, 279r, 333r). Nach Kautzsch (Lauber, S.70f.), von Zeichner A, nach
Saurma-Jeltsch (Bilderhandschriften 1, S. 114, 131 f.; 2, S. 52) von Gruppe A und den Malern G und I. Teil-
weise durchgeschlagene Farben. Zu den Motiven der 14 Miniaturen und 13 Initialen s. Wegener, S. 41 f. (We-
gener übergeht die Bildseiten 67224v und die Initialseite 225r) und Saurma-Jeltsch, Bilderhandschriften 2,
S. 53. Geringer Textverlust durch Tintenfraß, Schädigung bereits von Jungbluth (s. Lit.) erwähnt. Blattweiser,
teilweise erneuert. Beige-rosa Kapital. Jungbluth (s. Lit.) erwähnt noch den römischen Einband des 17. Jhs.
Restaurierung 1962 (Hans Heiland): Blätter fast durchgehend ein- oder beidseitig in Japanpapier eingebettet
und neu an Falze gehängt [alte Falze ausgelöst, s. Fragmente], Lagen gebildet und auf vier Bünde geheftet. Blatt-
weiser (zum Teil) und Halblederband (Holzdeckel mit Lederrücken) ergänzt, Kapital wieder angebracht, alte
Rückensignatur ausgeschnitten und aufgeklebt: 23/BIBLIA SACRA/Tom. V./NOVVM TESTAMEN.[tum]
(17.Jh.).

Herkunft: vgl. das zu Cod. Pal. germ. 19 Gesagte. 3"'r Capsanummer: C. 135; alte römische Signatur: N° 1640.
Vorderspiegel Inhaltsangabe (20. Jh., Bibliothekar Finke).

Schreibsprache: niederalemannisch.

Literatur: Bartsch, Nr. 17; Wilken, S.314f., 317t; Wegener, S.37, 41f.; Kat. HSA-BBAW (Günther Jung-
bluth, März 1937,17 Bll.); Rost, S. 329 Nr. 31; Schöndorf, S. 132 Nr. 3; Werner, Nr. 25; Biblia, S. 85 - 87 Nr. 22;
Traband, S.84; Splett, S.37* Nr.93, Abb. S.145f.: Bl. 30v-31r; Wulf, S.25f. (Sigle h2); KDIHM 2 (1996),
S. 119-122; Saurma-Jeltsch, Bilderhandschriften 2, S. 52f. Nr. 35, Abb. 110-112: Bll. 61v, 63v, 97v, Abb. 126: Bl.
279r, Abb. 208: Bl. 225r; Volltext-Digitalisat der Handschrift unter http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg23.

4r-353va BIBEL NT, deutsch:

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