Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 181

II. Sechs Fragmente quer und längs durchgeschnittener Pergamentblätter. Schriftraumbreite: 9,5;
Textus cum commento. Textura einer Hand, 14. Jh.; lateinisch. Übliche Rubrizierung. Unter an-
derem:

BERNARDUS CLARAEVALLENSIS, SERMONES DE DIVERSIS. SERMO X (De vita et de
quinque sensibus animae) MIT KOMMENTAR. Text: PL 183 (1879), Sp. 568A.

KZ

COD. PAL. GERM. 181
Melchior von Osse: Testament

Papier • 199 Bll. • 15,3 x 20,8 • Amberg (?) • wenig vor 1573

Lagen: (II-l)3* + 5 IV39 (mit Bl. 4») + III45 + IV53 + III59 + (IV-1)66 + III72 + V82 + III88 + V9'
III120 + V'30 + III136 + V146 + III152 + V162 + (III + l)'69 + 2 IV185 + (III + l)192 + (II-l)195*. Foliierung des 16. Jhs.:
1-192. Bll. r:'-4*, 193"'-195* mit moderner Zählung. Wz.: Turm mit verschiedenen Beizeichen, a.) ähnlich Pic-
card 3, VIII/W 10 (Bodenseeraum 1572-1576); b.) ähnlich Piccard 3, V/264 (Hasenweiler 1571; vgl. Wz. Cod.
Pal. germ. 245); c.) ähnlich Piccard 3, V/271 (Nürnberg, Stockach 1571-1574; vgl. Wz. Cod. Pal. germ. 245).
Schriftraum: 10,8-11,9 x 11,5-12,1; 22-25 Zeilen. Kalligraphische Kursive des 16. Jhs. von einer Hand mit aus-
geprägten Elefantenrüsseln in der obersten und untersten Zeile. Kapitelüberschriften, Absatzincipits und im
Text hervorgehobene Wörter in Kanzleischrift. Überschriften, am Rand ausgeworfene Betreffe, lateinische Zi-
tate, Absatzincipits und Unterstreichungen (137l4r) in Rot. Beginnender Tintenfraß. Weißer Schweinslederein-
band mit Streicheisenlinien, blindem, wellenförmigem Einzelstempel und goldgeprägten Platten- und Einzel-
stempeln von Elias Petersheim. Vorderseite goldgeprägte Platte mit pfälzischem Wappen, darüber in Gold
//[erzog] /.[udwig VI.] Pffalzgraf] und die Jahreszahl 1573, in den Ecken je eine goldgeprägte Lilie. Rückseite
ovale, vollmaureske Kartusche in Gold (Einband erwähnt bei Kyriss, S. 136f. Zu den Einbänden der Amberger
Bibliothek unter Pfalzgraf Ludwig VI. und Elias Petersheim s. Schunke 1, S. 89-97 und Adolf Schmidt, Zur
Geschichte deutscher Buchbinder im sechzehnten Jahrhundert, in: Beiträge zum Rollen- und Platteneinband im
16. Jahrhundert. Konrad Haebler zum 80. Geburtstage am 29. Oktober 1937 gewidmet, hrsg. von Ilse Schunke,
Leipzig 1937 [Sammlung Bibliothekswissenschaftlicher Arbeiten 46], S. 26-30; Platte der Rückseite des Ein-
bandes abgebildet in Schunke 1, Tafel 66 und 83; Von Ottheinrich zu Karl Theodor, Nr. 25). Gepunzter Gold-
schnitt (im Kopfschnitt Eichelranken, sonst Blumenranken). Braun-gelbes Kapital. Messingbeschläge für vier
Schließen (Schließenriemen fehlen). Vgl. Einband Cod. Pal. germ. 186. Rückentitel: 181. Restaurierung 1962
(Hans Heiland): Einbanddecken instandgesetzt, Einbandflächen gereinigt und konserviert.

Herkunft: Die Hs. kam aus der Amberger Bibliothek des späteren Kurfürsten Ludwig VI. (1539-1583) in die
jüngere Schloßbibliothek und wurde dort bei der Katalogisierung 1584 verzeichnet: Vatikan BAV Cod. Pal. lat.
1947, 32r [Historici, 4°] Melchior Oza, Churfl: Sachsischen Hoffrichters hedenncken, wie die Justitia zuerhall-
ten; Abschrift in Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1919, 27r [Historici, 4°] Melchior Osse, Churfl. Sachsischen Hof-
richters bedencken, wi diJustitia zuerhalten. Danach befand sie sich in Kurfürst Friedrichs IV (1574-1610) Bib-
liothek (vgl. Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1917,60"; s. Metzger/Zimmermann). Vorderdeckel späteste Datierung:
1573.

Schreibsprache: hochdeutsch mit wenigen bairischen Formen.

Literatur: Wille, S. 27; Lori, Bl. 5V Nr. 181; Wilken, S. 382.

4»*-192* MELCHIOR VON OSSE, TESTAMENT. >An Hertzog Augustum Churfursten zu
Sacbssen, Ein vnndertbenniges Bedennckhen Melchiorn von Osse der Rechten Doctorn vnnd diser

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