Allgemeine theologische Bibliothek — 1.1774 [VD18 90309928]

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Der christliche Diogenes. 129
Anfänglich zeigt der Verfasser, daß zur Ver-
gebung der Sünde eine Ankündigung derselben nö-
khig fey, wenn der Sünder völlig beruhigt werden
solle. Diese Beruhigung gründet sich (§. 7.)
auf die Glaubwürdigkeit dessen, der mir die An-
kündigung errheilte. Diese Glaubwürdigkeit hak
Jesus (§. 8> 9«) seinen Gesandten verschaffet,
Und zugleich (§. io.) die Macht, Sünden zrt
vergeben,- das heißt, die von Gott geschehene Ver-
gebung anzukündigen, übertragen: (wobey wir
pur beg lausig erinnern wollen, daß der Verfasser
Matth. 16, 19. von dieser Macht erkläret, statt
sie, wie es vernünftiger war, bloß von der Auf-
nahme Und Ausstoßung aus der Gemeinschaft der
Kirche zu verstehen, wie sie auch in den ersten Jahr-
hunderten von den ersten christlichen Lehrern ver-
standen worden ist.) Dicke Macht (§. n.)
gründet sich auf ihre Untrüglichkeit. Nemlicb der
Geist GertcS setzte sie in den Stand, jeden wahren
bußfertigen Sünder von dem Heuchler zu unter-
scheiden, und, ohne Gefahr zu irren, nur dem
Vergebung zu ertheilcn, dem Gott dieselbe wirk-
lich errhcilt hatte. Diese Gabe (K. 14. r z.)
erstreckte sich auch auf die Schüler der Apostel.
(Aber auch anfalle?) „Undwas dieApostel(§. l6.)
„an ihren Jüngern gethan, das haben diese auch
--wieder an ihren Nachfolgern verrichtet. Auf
„diese Art ist die Gewalt, Sünden zu vergeben, bis
„auf unsre Zeiten fortgepflanzt worden.,, Hier
geräth nun der Verfasser auf den ersten Abweg,
Lhesll Lubl-i L.i St. I dck
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