Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

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46 Dche os ^slu§.
„ es wunderbar in den Augen der jetzigen Menschen,
„soll e§ darum ein Wunder in den Meinigen seyn,
„ sagt der Herr der Heerschaaren. „ — Wer ist im
Stande sich bey einer solchen Antwort zu beruhigen?
Und wer wird dem Verfasser zugeben, daß sich die
mosaische Verheißung bis auf diese Zeit, und b 6
auf ein so ungewöhnliches Lebensziel epkendirt habe?
Dieser Betrachtung über die 70 Wochen hat
Hr. Parry noch zwey andere vorgesetzt. In der
ersten untersucht er den Traum des Nebucadnezars,
und betittelt diese Prophezeiung: „ das Himmel-
„reich, oder, der Fall des Heidemhums.,, Die
zwote breitet sich über Daniels Gesicht von den vier
Thieren aus, die vom Meere herkamen. Es ist
bekannt, daß eigentlich nur der letzte Theil Liesse
Weißagung dunkel und streitig ist. Hr. Parry hat
alles aufgetrieben, um zu zeigen, daß das kleine
Thier ein Bild von der Provinz Judäa sey. bind
wir müssen ihm die Gerechtigkeit wiedcrfahren las-
sen, daß er hier viel Scharfsinn gezeigt habe, und
Laß einige seiner Gründe einer genauen Prüfm g
würdig sind. Am Schlüsse nimmt Hr. Parry
Gelegenheit, sich an die römische Kirche zu wenden,
und folgende gründliche und freymüthige Anwen-
dung auf die Protestanten zu machen: „Wirhaben
„uns, fagt er, klüglich von den gröber» Unreinlich-
„keiten der hurischen Gemeine abgesondert. In
„wiefern aber eine zweyteReformation norhwendig
„ und nützlich sey, will ich nicht zu bestimmen wagen.
„So viel kann man mit Wahrheit, und also auch
„hoffentlich ohne Beleidigung sagen, daß, je irrdi-
„schcr und weltlicher unsre Verfassung ist, desto mehr
„nähert sie sich dem Pabstthume, desto mehr cnt-
„fernt sie sich von der Einfalt des Evangeliums.,,
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