Allgemeine theologische Bibliothek — 2.1774 [VD18 90309928]

Seite: 85
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„zahlreiche Familie, ein Alter von fünfzig Jahren,
„haben mich nicht abhalten können rc.,, — Wir
kehren nun zu dem Anfänge des Werks zurück. Das
erste Kapitel enthält, wie gesagt, einige krittische
Untersuchungen über den Ursprung von der lehre
der Dreyeinigkeit und dem Widerstand, den sie zu
der Zeit der Reformation gefunden hat. Bey die-
sen Untersuchungen bemerkt der Verfasser, wie auch
schon andre gethan haben, daß das Wort Drei)-
einigkeit ein unbiblischer Ausdruck, und beynahe
zweihundert Jahre nach Christi Geburt unter den
Christen unbekannt gewesen sey, indem ihn zuerst
Icheophilus, ein Bekehrter aus dem Heydenthum,
Bischoff zu Antiochien, aber in einer von der jetzi-
gen ganz verschiedenen Bedeutung gebraucht hat.
Man muß gestehen, daß dieser Ausdruck eine ganz
heydnische Abkunft habe, und aus dem Plato und
der platonischen Philosophie entlehnt sey. Und wenn
dies sein wahrer Ursprung ist, so sollte man glau-
ben, der geziemende Eifer für Gottes Wort, und
die Ehrfurcht vor Christo und seine inspirirten Apo-
stel, müsse unsre Hitze gegen diejenigen ein wenig
mildern, welche Bedenken tragen, zu der Zeit, da
sie von oder zu Gott reden, eine Sprache zu füh-
ren, die nicht durch das Ansehen «Christi, und der
Apostel geheiliget worden.
Herr Lindsey zeigt ferner, daß das Nichtglauben
der Dreyeinigkeit keine tadelhafte Ketzercy sey, und
daß die Christen so lange Jahre nach der Erscheinung
unserS Heilandes völlige Antitrinitarier gewesen.
Um diese Behauptung zu bestätigen untersucht er,
auf was für Art die lehre von der Dreyeinigkeit
empor gekommen; und unterhält dabey seine lcsec
mit mannigfaltigen historischen Umständen von den
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