Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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Abhandlungen.

symbolischen Bücher und der Verpflichtung dar-
auf anführe. Ueberhaupk, find nicht gerade die
symbolischen Bücher und die Verpflichtung dar-
auf die stärkste Scheidewand der Christen, daß
diese und jene nicht mehr zusammen können? Und
sie sollen Mittel der Einigkeit in der Lehre heißen?
da man fie also emgerichket und gewendet, daß man
sich ja nicht mehr vereinige. Aber man macht
hierin» den großen Fehler, daß man auf Unkosten
der Einigkeit der christlichen Kirche überhaupt nur
die Einigkeit einer Partikularkirche suchet. Und
was noch trauriger ist, so wird auch in dieser Par-
tikularkirche die wahre Einigkeit damit nicht her-
gestellt oder erhalten. Denn die Erfahrung leh-
ret, daß es in jeglicher Kirche sehr viele einheimi-
sche Streitigkeiten giebt, die mit so großen symbo-
lischen Werken doch nicht aufgehoben worden, und
es giebt immer viele, die, weil fie müßen, unter-
schreiben , aber doch sich im Herzen dem Joche
menschlicher Satzungen nicht unterwerfen. Was
ist denn der christlichen Kirche so lange sie stehet
damit gerathen worden, wenn einige Bifchöffe
bey entstandenen Streitigkeiten zusammengetreken
find und Dekrete und symbolische Aufsätze gemacht
haben? Haben fie nicht eben dadurch Kezereyen
und Spaltungen in ihrr ganze Form gebracht?
Vorrrefliche Emigken, die dadurch bewircket wor-
den ist?

Man
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