Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 40.1915

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A. K. ORLANDOS

Bei einer Untersuchung der architektonischen Stücke auf
der Akropolis und in deren nächstem Umkreis fanden sich
zum Tempel und zu dessen Altar gehörige Bauglieder. Die
Zuweisung einzelner dieser Stücke führte zu einer Neuauf-
nahme des ganzen Monuments. Die Nachmessungen lehrten,
dass nicht nur die bisher gegebenen Maasse vielfach unge-
nau sind, sondern auch wesentliche Bauglieder bei dem Wie-
deraufbau an unrichtige Stellen gesetzt wurden. Vielleicht
ist auch die Erwähnung einzelner bisher unbeachteter Ein-
zelheiten nicht unangebracht.
Krepis. Bezüglich der Abmessungen der Krepis ist fol-
gendes zu bemerken: Die bei Ross a. a. O. T. II gezeichnete
Entfernung der Stylobatkante von der verticalen Wand-
fläche beträgt an den Seiten tatsächlich 0,147-0,150 statt der
0,215 gezeichneten. Den horizontalen Abstand der Säulen-
axen von der Kante der Euthynteria gibt Ross (T. II) mit
0,74, Le Bas a. a. O. (T. 2) an der Tempelfront 1,063, an der
Rückseite 1,736! Das richtige Maass ist 1,054.
Intercolumnien. Als Axweite der Säulen gibt Ross
(T. II) 1,58, Le Bas (T. 2) 1,563. Beides ist unrichtig; denn
wenn man zur dreifachen Axweite einen Basisdurchmesser
(0,748) und den doppelten Vorsprung des Stylobats vor der
Säulenbasis (2x0,012) addiert, erhielte man nach Ross 5,54,
nach Le Bas 5,441, während die tatsächliche Stylobatbreite,
wie sie nuten auf Grund anderer Erwägungen berechnet
ist, an der östlichen Prostasis 5,381 beträgt. Nur das südli-
che Intercolumnium der Ostseite lässt sich feststellen, denn
nur die Basis der SO-Säule und der Stylobatstein, auf dem
diese ruhte, liegen nach ausdrücklichem Zeugnis von Ross
in situ. Auf diesem Stein gemessen, ergibt sich als Ax-
weite 1,543 b
S. 151-180 T. 1-6. Beide Studien sind mir unzugänglich, aber jedenfalls
durch Ross überholt.
1 Aus den Epistyllängen können wir nicht die Axweite ermitteln, da
deren Fugen nicht genau über den Säulenaxen zu liegen kommen, was
sich durch die Länge des südlichen Eckepistyls der Ostfront zeigen lässt.
Dort kommt der Fugenschluss 0,014 m südlich von der Säulenaxe zu hegen.
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