Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 40.1915

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P. WOLTERS

Ortsangabe 'dg Kaqnov /coqiov Jtoöc Tauvapov eic jtpd8Qo|iov
undenkbar. Er lag nur 10 Stadien von der Dryea villa; ich
denke das ist doch wohl die Ortschaft Aqü, die wie Kyparis-
sos zum Srjpog Menen)? gehört und in deren Nähe E. Curtius
(Peloponnesos II 282) Gräber bemerkte, während in geringer
Entfernung NO. die französische Generalstabskarte (1852)
ein Dorf Keria verzeichnet, das nach Aldenhoven 1 von Ky-
parisso 2h 37m entfernt liegt und eine Kirche mit Skulptu-
ren besitzt.
Den Weg von Dry nach Kainepolis scheint Cyriacus
zu Lande gemacht zu haben — wenigstens erwähnt er den
Schiffer nun nicht mehr und den Weg von dort nach dem
eigentlichen Vorgebirge Tainaron (20. Okt. 1447) ebenso
(f. 116v). Auf diesem Wege kommt er nach Porto Quaglio
und schreibt in dem dort liegenden Ort Chorasia die Inschrift
IG. V 1, 1236 ab, nach seiner Meinung 'prope antiquas Nep-
tuui templi reliquias’. Kolbe hat sie darnach beim Heiligtum
des Poseidon eingeordnet. Da es doch wohl der Grabstein
einer Priesterfamilie ist, wäre zu folgern, dass die Priester
beim Heiligtum begraben worden wären. Aber die genaue
Ortsangabe des Cyriacus beweist, dass der Stein nach Psa-
mathus gehört2, erst f. 122 wird die Höhle am Tainaron er-
reicht, wohin ihn Einwohner von Kainepolis und Chorasia
(porasia: Sabbadini) begleiteten. Es lohnte also doch noch,
von letzterem Ort zum eigentlichen Heiligtum einen Führer
mitzunehmen.
Den Rückweg macht Cyriacus wieder zu Land über
Kyparisso (Kainepolis), wo er ein Relief, wohl von einem
Ariadnesarkophag zeichnet, nach Dry, dann an der Küste
des messenischen Golfs entlang und endlich durch das Tal,
welches den Taygetos vom Tainarongebirge scheidet, zum
Lakonischen Gestade (f. 122v). Hier findet er auf einem klei-
nen Chersonnes geringe Reste einer antiken Stadt, die er
Amathea nennt. Den Namen verdankt er seinem Strabo (8,

1 Itineraire descriptif de l’Attique et du Pelopounese (1841) S. 345.
2 Nebenbei: IG. V 1, 1225 ist nach Cj-riacus’ eignen Worten und seiner
eigenhändigen Zeichnung eine 'tempore semideleta tabella’, keine Säule.
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