Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

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ATTISCHE INSCHRIFTEN

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(fuö&coTdi). Voran steht jedesmal die verdungene Arbeit;
was vorher ausführlich dargestellt war, ist hier in ein kurzes
Schlagwort zusammengefaßt. Im Anfang von Z. 4 ist das Wort
verloren. In Z. 5 liest man t/)v roo4)ArEAN (scil. 8/nLöO-oDOaTo).
Ich weiß nichts besseres, als darin eine Verschreibung für
jioocpQaysav zu sehen, „Einzäunen der Wiese“. Allerdings ist
die Bedeutung „Wiese“ fiir jioa durch den Hinweis der Lexika
auf Xen/EXX. 4,1,30 (daher wohl Plut. ’Ayrjö. 36) nur schwach
gestiitzt. Zu cpgaTTco vgl. Dittenberger, Syll. 3 963, 19; aber die
Bildung -(pQaysia ist abnorm. Selbst wenn man mit einer Augen-
blicksbildung rechnet, ist die Deutung bedenklich. — Das
nächste ist ßosxTo/äav „Rinderkastrieren“ x; das letzte xokovsiv 1 2
„Stutzen“ von Bäumen oder Reben. — Auf die Kennzeichnung
der Leistung folgt der Name des niod-coT/'jg; dann das
Wort syyvrjTai s, hierauf jedoch nur je ein Name 4. Der
Plural ist offenbar aus früheren Teilen des Verzeichnisses, wo
es sich um größere Arbeiten handelte und mehrere Biirgen
gestellt werden mußten, mechanisch weiter gefiihrt. — In Z. 7/8
hatte der Steinmetz etwas ausgelassen; er meißelte einen Teil
der Schrift weg und zeichnete die Namen neu auf, ließ aber
aus Raummangel, älterer Sitte gemäß, den Vatersnamen fort.
— An letzter Stelle steht der Preis, den die Leistung (jährlich)
kosten sollte. — Den Beschluß des Ganzen machte die S u m m e
aus allen diesen Einzelpreisen 5.

II.

Pentelischer Marmor (i 0,69 h.; 0,225 b.; 0,092d. Von den
Rändern ist nur der rechte erhalten. In die Riickseite ist eine
von oben nach unten verlaufende, zylindrische Rinne einge-
schnitten. Wahrscheinlich hat der Stein einer Wasserleitung
dienen miissen, so wie die gleichartigen aus dem Peiraieus; ihr
Format machte diese Blöcke besonders dafiir geeignet. Deshalb

1 Zum Wort und zur Sache vgl. Xen. Kvqov TtaiS. 7, 5, 62.

2 Das Wort oft bei Theophrast.

3 Vgl. Partsch, Griech. Bürgschaftsrecht I, 330ff.

4 Die ungefähre Zeilenlänge ergibt sich aus Z. 5 und 8.

5 Z. 3 ist schwer zu ergänzen. Hat es neben ^vTtalrjTTo? und (nach-
christl.) Ivßal. auch ZvmaL gegeben? — S. auch unten S. 23 3.

Wie IG. II2 806 (Fundort unbekannt).

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