Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

Page: 182
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1923/0196
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
182

DAS OLYMPIEION IN ATHEN. II.

(Hierzu Tafel II. III.)

Nach dem Sturz der Tyrannis blieb der Tempel unaus-
geführt liegen. Werkstücke, die fertig zum Versatz an der Bau-
stelle lagen, wurden zum Bau eines noch näher zu unter-
suchenden Qebäudes nördlich außerhalb des hadrianischen
Peribolos verwendet.

176—165 v. Chr. unternahm Antiochos IV. Epiphanes den
Bau des Tempels in korinthischer Ordnung unter Verwendung
des Fundaments und Beibehaltung des Grundrisses des ionischen
Peisistratidentempels. Da der Baumeister mit gleichen Säulen-
abständen baute, galt es, bei den Einzelfundamenten der Säulen
einen Ausgleich der Fundamentabstände — beim Peisistratiden-
grundriß waren sie, wie wir AM. XXXXVII 1922, 65 nachwiesen,
ungleich — zu schaffen und da, wo es nicht möglich war, neue
Fundamente zu legen. Die oberen Schichten des peisistra-
tidischen Einzelfundaments wurden abgetragen und im neuen,
gleichen Achsenabstand auf den alten Unterteil des Fundaments
eine neue Fundamentschicht für die korinthischen Säulen gelegt.
Dies soweit es das Gleichgewicht der Säule zuließ (AM. a. a. O.
Taf. IX 3). Von der siebenten Säule der Langseiten ab, von den
Ecken an gerechnet, mußte aber eine neue Fundamentierung
von Grund auf gelegt werden, weil der Achsenunterschied
zwischen altem Fundament und neuem das Gleichgewicht der
Säule gefährdete. Der Abbau des Peisistratidenbaus erstreckte
sich auf den Stufenunterbau und die Säulen, soweit sie bereits
standen. Die Quadern der obersten Stufe wurden zur neuen
Fundamentierung der Säulen benutzt, da sie sich ihrer Tiefen-
abmessung nach allein dazu eigneten. Die alten Säulentrommeln
wurden teilweise für die neuen Fundamente verwendet. Die
Untersuchung der siebenten Säule der zweiten Reihe im Süd-
westen zeigte ein Fundament aus sechs iibereinander liegenden
Porostrommeln des Peisistratidenbaus, dariiber die Eckquader
der oberen Stufe. — Die Kalksteinstufen wurden durch marmorne
loading ...