Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

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GABRIEL WELTER

erhalten ist, aus wiederverwendeten, teilweise zurechtgeschnittenen
marmornen Dachziegein in Mörtelbettung. Von den Kapitellen
und vom Qebälk fand ich keine Reste, ebenso wenig von der
Hofseite des Propylon. Statuenbasen in ursprünglicher Lage
zeigen, daß sie nicht zur Ausführung gelangte.

Die Höhe des Propylon — sie beträgt rund 7,50 m — gibt
uns einen Anhalt für die Höhe der Bezirksmauer an der Nordseite
und damit auch an den übrigen Seiten. Oben war die Mauer
durch beiderseitig abgekantete Decksteine abgedeckt. Während
die Außenfläche der Mauer in kräftiger Rustika fertiggestellt ist,
blieb die Innenfläche, wie die offenen Fugen und die verschiedene
Bearbeitung der Quadern zeigen, unvollendet. Auch die im
Werkzollmantel gebliebenen Randprofile der Türpfeiler weisen
darauf hin, daß an dieser Mauerseite noch gearbeitet werden
sollte. Eine große Anzahl unfertiger Gebälkstücke und Ver-
kröpfungen (Taf. II 2, 3; III 4, 5) legen die Vermutung nahe, daß
die Innenseite der Bezirksmauer durch eine Blendarchitektur
gegliedert werden sollte, die aber nicht ausgeführt worden ist.

Zur Baugeschichte.

Die Überlieferung kennt:

I. Den Neubau des Olympieion durch Antiochos IV. Epi-
phanes (176—165 v. Chr.). Dieser wurde nicht zu Ende
geführt.

Vitr. VII praef. 15: Itaque circiter annis quadrin-
gentis post Antiochus rex cum in id opus inpensam
esset pollicitus, cellae magnitudinem et columnarum
circa dipteron conlocationem epistyliorumque et cete-
rorum ornamentorum ad symmetriam distributionem
magna sollertia scientiaque summa civis Romanus Cos-
sutius nobiliter est architectatus.

Vitr. VII praef. 17: In asty vero Olympium in
amplo modulorum comparatu Corinthiis symmetriis et
proportionibus, uti supra scriptum est, architectandum
Cossutius suscepisse memoratur.
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