Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 14.1898

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kuppel bedeckt und wie die Wartehalle reich ornamentiert ist.
Hier musste, wie im Vestibül, der Kosten wegen die geplante
Wandverkleidung aus echtem Marmor durch Malerei ersetzt
werden.
Die neuen Räume erhielten schliesslich eine stilgemässe Aus-
stattung an Sitzmöbeln und Palmenschmuck, dazu Gasofenheizung.
Ausserdem wurde aus diesem Anlasse eine Ventilation aller Bade-
und Warteräume einge-
richtet, die durch Was-
serdruckmotoren betrie-
ben wird.
Tafel 42. Evan-
gelische Kirche auf Bor-
kum ; erbaut von Baurat
Otto March in Char-
lottenburg.
Die neue, auf der
NordseeinselBorkum er-
baute reformierte Kirche,
die während des Som-
mers auch dem Besuch
der Badegäste zu ge-
nügen hat, ist auf 900
Sitzplätze bemessen. Ein
durch Glaswände abzu-
trennender Raum un-
ter dem westlich be-
legenen Glockenturm
soll kleineren Versamm-
lung;en dienen. Die Sakristei ist mit dem Kirchenraum durch ein
Schiebefenster verbunden, das gebrechlichen Gemeindegliedern
gestattet, von hier aus an den Gottesdiensten teilzunehmen. Da
die Insel sehr starken Westwinden ausgesetzt ist, wurde es bei
dem Entwurf zur Bedingung gemacht, an der Turmfront keine
Eingänge anzubringen.
Die Aussenflächen und Architekturen sind in roten Ver-
blendsteinen hergestellt und weiss gefugt. Hierbei gelangte das
in dem benachbarten Holland übliche kleine Ziegelsteinformat
(5, 11,5 und 23,5 cm) zur Verwendung. Auch die Architektur-

Niederdruckdampfheizung erwärmten Hauses ist einfach und ge-
diegen. Die Baukosten betrugen 42500 Mark.
Tafel 44. bamilienhaus in der Linprunnstrasse in München;
erbaut von Architekt Max Littmann daselbst.
Das Haus, für den eigenen Gebrauch des Erbauers her-
gestellt, enthält in den beiden Hauptgeschossen die Wohnräume,
deren Verteilung aus den Grundrissen ersichtlich ist. Im Erd-
geschoss befindet sich
die Küche, die Räume
für die Centralheizung,
eine elektrische Beleuch-
tung und die Hausmei-
sterwohnung, während
Waschküche, Bügel-,
Fremden- und Dienst-
botenzimmer im Dach-
geschoss untergebracht
sind. Die Erdgeschoss-
mauern sind in Stampf-
beton hergestellt, die
übrigen mit reichem Mör-
telverputz bekleidet un-
ter V erwendungvon Hau-
stein für einzelne Archi-
tekturteile, Portal, Erker,
Loggia u.s. w. Die Holz-
teile sind braunrot, Gie-
bel- und Gesimsabdek-
kungen grün gestrichen.
Tafel 45. Das neue Justizgebäude zu München; erbaut
von Professor Friedrich von Thier sch daselbst.
5. Details. (Siehe auch Tafel 21, 22, 25, 26 und 37.)
Tafel 46. Landhaus von Stumpf-Brentano in Rödelheim
bei Frankfurt a. M.; erbaut von Architekt A. von Kauffmann
in Frankfurt a. M.
Das Gebäude ist in der Nähe Frankfurts, einerseits von
einer öffentlichen Verkehrsstrasse, andrerseits von einem grossen
alten Park und ausgedehnten Wiesen begrenzt. Dementsprechend
sind schlichte Architekturformen gewählt worden. Ecken und



Grundrisse des Familienhauses in der Linprunnstrasse in München; erbaut von
Architekt Max Littmann daselbst.

Grundrisse des Konkurrenzentwurfs zu einem Rathaus für Waldheim i. S. von Architekt F. Ptitzer in Darmstadt.



formen lehnen sich an ältere niederländische, besonders Brügger
Backsteinbauten, an.
Tafel 43. Wohnhaus für Herrn Geometer Robeck in
Hagen; erbaut von Leithoff & Wiehl, Architekten daselbst.
Im Erdgeschoss sind die mit Tageslicht reichlich versehenen
Geschäftsräume des Besitzers untergebracht. Das erste Ober-
geschoss enthält die Wohn- und Gesellschaftsräume, das zweite
Obergeschoss die Schlafräume. Die Ausstattung des durch eine

Fensterumrahmungen sind aus weisslichem Sandstein hergestellt,
die Mauerflächen verputzt und mit Besenbewurf versehen. Die
Dächer sind mit Schiefer gedeckt.
Tafel 47 u. 48. Konkurrenzentwurf zu einem Rathaus für
Waldheim i. S. von Architekt F. Pützer in Darmstadt.
Ansicht vom Marktplatz und von der Zschopau.
Textblatt. Schloss Montigny-le-Ganelon (Eure et Loire,
Frankreich); erbaut 1480 — 1495 von Jacques de Renty.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
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