Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 5.1971

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Achác Aranyossy: Bildnis des košicer Bischofs Z. Bubics,
Radierung und Aquatinta, 1893

Forberger (1848 — 1928) relative Bedeutung, ein
Autor einer grossen Anzahl von natürlich erfassten,
panoramischen Zeichnungen und Guachen der
Hohen Tatra. Gelegentlich malte er — vielleicht
durch Fotografien angeregt — Bildnisse, die jedoch
beim Beschauer kaum einen Eindruck vom psy-
chischen Gemüts ausdruck des Gemalten hinter-
liessen (Zoltán Horánszky, Lykurg Kupetz).
Unter anderen erwähnen wir noch den aus
Spišská Sobota stammenden Zeichner und Aquarel-
listen Eugen Wallachy (1855—1934), und Rudolf
Kárpáthy, ursprünglich Langfeld (1857 — 1917),
der Landschaften mit Nachdruck auf ihre Stim-
mungs-Elemente malte (Der Slaná-Fluss, Blühen-

der Apfelbaum, 1898). Viktor Olgy ay, ursprünglich
Matirko (1870—1929), stammte —ebenso wie
Kárpáthy — aus Spišská Nová Ves und befasste
sich mit der Kunstgrafik (vorzugsweise mit der
Radierung und ihrer verwandten Technik, sowie
mit dem Linoleumschnitt). Gegen Ende der 1890 —
Jahre lebte er in Banská Bystrica. Im Jahre 1906
wurde er von München nach Budapest berufen, wo
er zum Professor der grafischen Technik ernannt
wurde.
Ein verhältnissmässig kompliziertes Leben führte
Eduard Hrinyák (1851 —1917), der oft seinen
Wohnsitz änderte. In den 1890-Jahren lebte er in
Košice, doch oft weilte er bei seinen Verwandten
in Prakovce und in der altevangelischen slowaki-
schen Gemeinde Fridešovo bei Mukačevo, wo schon
im 17. Jahrhundert eine bekannte Metallgiesserei
betrieben wurde. Am Ende des Jahrhunderts
gelangt er nach Budapest, verkehrt hier in slowa-
kischer Gesellschaft und bewirbt sich sogar um
die Mitgliedschaft im dort wirkenden slowakischen
Arbeiterverein Kriváň. Allmählich beginnt er
jedoch seine Bilder mit dem madjarisierten Namen
Rinyi zu signieren.
Hrinyák hinterliess Werke von schwankendem
Wert. Sporadisch befasst er sich auch mit der Port-
rätmalerei (Provinzial Dostál, 1881), doch wie bei
so vielen Absolventen der Münchener Akademie
absorbierte den Grossteil seiner Energie die Genre-
Malerei. Anfangs bemüht er sich um den,,reinen“
Genre (Juden- und Zigeunertypen), am Ende kom-
biniert er seine Kompositionen aus grösseren Natur-
Ausschnitten und halb staffageartig erfassten
Genre. Auch fühlte er sich von unromantischen
„zivilen“ Szenen angezogen, welche irgendwie das
Soziale der Landschaft wiedergeben. So gelang
es ihm, wenn auch ungewollt, den Einbruch des
Industriezeitalters in die Natur und den aus ihr
resultierenden Untergang der einst patriarchalen
Harmonie des Menschen mit der Landschaft anzu-
deuten (Gebirgslandschaft mit Sägewerk; Lastzug
bei Volovec, 1884).
Ladislav Mednyánszky (1852—1919) wollen
wir mit Vorbehalt im Rahmen der Zips behandeln,
da es sich doch um den Meister und Weltbürger
handelt, dessen Werk wahrhaftig an keine einzelne
regionale Sphäre und Atmosphäre gebunden war.
Mednyánszky lebte ein Leben voller Wiedersprüche.
Er entstammte einer Baronfamilie, doch — ohne
auf Reichtum und Privilegien achtend — lebte er

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