Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1977-1981(1977)

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Georg Lippay und ein unbekannter slowakischer Stein-
metz, Statuengruppe des Hl. Georg in Bratislava, um 1660.
Vor der Restaurierung, um 1923. Fotografie aus dem Werk
A barokk szobrászat Magyarországon von M. Aggházy


Georg Lippay und ein unbekannter slowakischer Steinmetz,
Statuengruppe des Hl. Georg in Bratislava, um 1660. Foto-
grafie SÚPSOP, F. Kedro

des Ausschnittes1 bildet der Springbrunnen. Er ist
in der Form von Behälter pyramidal komponiert,
wobei der untere Behälter in die Erde eingekettet
ist. An der Spitze ist als Wasserspeier eine Knaben-
gestalt mit einer Syrinx. Das Wasser rinnt in vier
Wasserstrahlen in den mittleren Behälter. Der
Rumpf der Fontane ist mit einem Ornament ge-
schmückt. Aus dem mittleren unteren Behälter
fällt das Wasser nicht nur in acht Strahlen über
den Behälter, aber auch durch das Innere des
Rumpfes in der Form von vier Köpfen. Es fällt
nicht direkt in den unteren Behälter, nur in die
Muscheln die knapp über der Wasserfläche unter-
gebracht sind und von hier erst in den unteren
Behälter.
Die vierte Graphik ist formal auf ähnliche
Weise wie die vorangegangenen gelöst. Der
Springbrunnen ist pyramidal gelöst, er hat zwei
Behälter und der Sockel auf dem Speier ist pilz-

förmig komponiert. Der Speier hat das Angesicht
des Tobias mit zwei Fischen von denen der eine
ein Stützglied und der andere ein Wasserspeier ist.
Zum Unterschied vom südlichen Springbrunnen
ist der Rumpf dieses Springbrunnens reichhaltiger
modelliert, wie auch die Öffnungen der Ausflüsse
der anderen Behälter (sie haben die Form von
Maskarons).
Wir bemerkten, dass die graphischen Blätter
nur eine Ansicht von einem Blickfeld aus wieder-
geben; erst durch ihre Kombination mit der Be-
schreibung erhalten wir ein geschlosseneres Bild
des erzbischöflichen Gartens. Der übliche Genre
in der Barockliteratur ist die Reisebeschreibung,
ein Tagebuch, das in Anmerkungsform das Bild
einer Reise wiedergibt. Es ist die Summe von
Eindrücken, Erkenntnissen, Ansichten, die ledig-
lich bei stärkeren Persönlichkeiten des literari-
schen Lebens Dokumentationswerte überschreiten.
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