Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1977-1981(1977)

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Georg Lippay, Zeichnung der Fontane im Bratislavaer Primatialgarten, 1663

das „erwünschteste und angemessenste“32 und
setzt in ihrer Charakteristik fort: „Ihre Wände
'varen aus porösem Tuffstein, mit einem perlenar-
tigen Material, mit Muscheln, oft von Form von
Stalaktiten imitierenden Tropfstein oder in klas-
sisch raffinierten Formen ausgelegt.“33 Und es
ist nicht schwierig hinzuzufügen, dass eine ähn-
liche Lösung sich auch im Garten des Primas
Gewährte, weil „hier auch verschiedenartige Fel-
senritze die aus Tropfstein wie in Höhlen ent-
standen und von alten Weiden umgeben
sind . . .“.34
Und so können wir im Hinweis auf den Manie-
rismus mit einer Gruppe von Abten und Abtis-
sinnen, eventuell mit kleinen sich spielenden und
sich bewegenden Walidgöttenn fortsetzen. Das
"'ürde uns jedoch von der Bemühung die Gruppe
der Hl. Georgstatue einzureihen und von der

Frage nach dem Stilcharakter des Gartens weit
abbringen.
Nebst den Einzelteilen im Garten bewährte
sich der Manierismus in der bildhauerischen Aus-
schmückung der Einzelteile (z. B. der Maskarons,
die als Wasserspeier des Springbrunnen dienten).
Das Hauptmerkmal des bildhauerischen Schaf-
fens im Garten ist jedoch nicht der Manierismus,
aber das Frühbarock. Die Lösung der Gipfelgrup-
pe der manieristischen Springbrunnen (in Italien
und Süddeutschland) charakterisiert die Figura
serpentinata. Die Komposition des Werkes ist
pyramidal und das andere unteilbare Merkmal
ist die spiralenförmige Windung der Einzelteile.
Die Figura serpentinata „bietet den Eindruck
einer unsicheren, unsteten Situation, die nichts-
destoweniger im klassischen Gleichgewicht hätte
umgebilded werden können, falls die unvorher-
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