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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0015

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Fundschau

13

schütt mit Holzkohlen und wenigen Scherben. Die Gruben II und IV waren flach in
den anstehenden Löh eingesetzt. Tiefe der Sohle 1,25 bis 1,55 m unter der jetzigen Ober-
fläche, Füllung dunkelbrauner Lehm, darin wenige Scherben und Tierknochen, in Grube II
außerdem ein Klopfstein aus gelbem Silex. Grube IV war von einem dünnen Lößlehm-
band überdeckt, darüber folgte eine durchgehende schwarzbraune Kulturschicht von 0,45
bis 0,55 m Mächtigkeit, darin ein vorgeschichtlicher Scherben (St. Linser).
Kleinkems (Lörrach)—„Kachelfluh". Grabhöhle mit zweimaliger Skelettbestattung
der westeuropäischen (Michelsberger) Kultur. Bericht folgt.
Landshausen (Sinsheim). Auf einem der Milderstiftung, Bruchsal, gehörenden Grund-
stück im Gewann „Hinter dem Bandhaus" 0,7 km W wurden im April 1933 2 Steinbeile
gefunden. Eine Untersuchung ergab gestörte Siedlungsreste (Scherben) der Jungsteinzeit.
In demselben Gewann wurde 1937 schon ein Steinbeil gefunden.
a) (1937) Steinbeil, stark beschädigt, mit flachovalem Querschnitt, Länge 15 am.
b) (1938) Einseitig gewölbte Hacke, querdurchbohrt, Länge 11 cm.
c) (1938) Bruchstück eines einseitig gewölbten Steinbeils. Museum Bruchsal (Bauer).
Lienheim (Waldshut). Durch den Aufstau des künftigen Kraftwerks Reckingen wird
zwischen Lienheim und Hohenthengen eine für urgeschichtliche Untersuchungen sehr wichtige
Uferstrecke mit kleinen Höhlen und mehreren Felsdächern (Balmen) unter Wasser gesetzt.
Die Untersuchungen während der geologischen Landesaufnahme durch A. Böhringer im
Jahre 1912 haben zwar von mehreren Punkten dieser Uferstrecke vorgeschichtliche Scherben
ergeben, aber es liehen sich daraus die Beziehungen zwischen dem Alter der Rhein-
terrassen und der vorgeschichtlichen Besiedelung nicht klar genug erkennen. Daher
wurde im April und Mai 1939 durch die staatliche Denkmalpflege für Ur- und Früh-
geschichte mit Unterstützung durch den Kraftwerkbau Beckingen der Uferhang zwischen
Steinlebach und Weilergraben untersucht. Die Leitung hatte Dr. F. Moog, Grenzach.
Insgesamt wurden an 11 Punkten Suchschnitte gezogen. Als Ergebnis ist zu vermerken,
daß auf der untersten und auf der zweituntersten Terrasse keine Siedlungsspuren liegen,
während auf der dritten Terrasse von unten gerechnet Siedlungsreste der jüngeren
Steinzeit und der Lirnenfeldevzeit gefunden wurden. Darin lagen u. a. auch Bestat-
tungen derselben kleinwüchsigen Bevölkerung der Jungsteinzeit, wie sie aus mehreren
Höhlen der Umgebung von Schaffhausen a. Rh. schon länger bekannt sind. Die Einzel-
heiten der Grabung sind einer eingehenden Veröffentlichung durch F. Moog Vorbehalten.
Lörrach—Hünerberg (Mitt. Bad. Landesver. f. Raturkd. R.F. 1, 1922, 227; diese
Zeitschrift II, 1929, 52). 1.) Bei Geländebegehungen durch F. Kuhn, O. Wittmann und den
Schüler K. Messerschmidt 1938/9 wurden mehrmals jungsteinzeitliche Reste (Feuer-
steingeräte und -splitter; vorrömische, Wohl neolithische Scherben) gefunden (F. Kuhn).
2.) Auf der natürlichen Schichtstufe am Ostrand scheint ein niederer Wall zu sitzen
(F.Kuhn - G. Kraft).
Lörrach—Schädelberg (II, 1929 , 52). 1.) Auf der ganzen Bergfläche sammelte F.Kuhn
mit seinen Schülern Scherben der jüngeren Steinzeit und der Hallstattzeit; darunter ver-
zierte Stücke, außerdem bearbeitete Feuersteine, u. a. eine Pfeilspitze aus Jaspis.
2.) Äber den Südhang ziehen zwei (nicht eine) Terrassen, wahrscheinlich Befestigungs-
anlagen, nach Analogie des Burgenrains bei Sissach, Baselland, wohl verschleifte Wälle
(F. Kuhn).
Munzingen (Freiburg)—Berg. Weitere Wohngru'ben der Michelsberger
Höhensiedlung, ferner ein rechteckiger Llmrih (vgl. III, 1931, 141; III, 1935, 306). Bericht
folgt (St Llnser).
Öhningen (Konstanz). Aus dem „Psählbau Öhningen" (Oberst-ad?) liegen in der
Sammlung des Beethoven-Gymnasiums Bonn Reste eines Rehes (Mitt. G. Beiler, s. o.).
Sasbach (Emmendingen)-„Am Lützelberg". Kreisrunde Grube, etwa 1,20 m tief;
Scherben und ein Feuersteinwerkzeug (St. Linser).
Schönfeld (Tauberbischofsheim). Bei der Llntersuchung der im Fürstlich-Leiningen'schen
Wald „Hofwiesen" 4 I<m R, gelegenen Biereckschanze (s. u. „Latcne") wurden im Juli 1939
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