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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0035

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„die frühzeitiger der Wirkung peristatischer Faktoren sÄmwelteinflüsse, die Schriftltg-.j
aus-gesetzt -war oder ihr doch rascher erlag als andere". Allgemein gesprochen sind Lang-
bzw. Kurzschädligkeit unabhängig von der Rasse. Gegen Ende der Reihengräberzeit (Mero-
wingerzeit) beginnt der V-errundungsprozeß, die Brachhkephalisation, und erreicht seinen
Höhepunkt zu Ende des Mittelalters und zu Beginn der Reuzeit; er ist also nicht durch
Substitution (z. B. Bevölkerungsverschiebung) bedingt, sondern durch Ämwanölung in-
folge von Umwelteinflüssen (Peristase).
Blumberg (Donaueschingen). Bei der Aushebung der Baugrube für das neue Schul-
haus stieß man im Gewann „Kirchwiesen" nordöstlich von Friedhof und Kirche unmittel-
bar nach Abhebung des Rasens aus ein Grab mit Steinsetzung. Das Skelett, in Rücken-
lage, in 40 cm Tiefe war noch mäßig erhalten. Der Kopf schaute nach R. Beigaben:
in der Rechten ein Messer, in der Linken ein Fingerring aus Bronzeöraht. Beim
weiteren Aushub der Grube wurde wenige Meter nördlich davon ein zweites Grab
angeschnitten, geostet und ohne Steinsetzung. Nus dem schlecht erhaltenen Grab konnten
ein Sax und einMesser geborgen werden. Ein drittes Grab lag mehrere Meter west-
lich von dem zweiten. Geostet und ohne Steinsetzung, barg es in verhältnismäßig guter
Erhaltung ein Skelett in Rückenlage. Es enthielt als Beigaben einen Kurz fax in der
Hüstgegend und eine Lanzenspitze mit schmalem lanzettförmigem Blatt auf der rechten
Seite des Toten in Brusthöhe, Spitze nach oben. Zahlreiche Suchschnitte nördlich der an-
geschnittenen Gräber ergaben keine weiteren Gräber in der Baugrube mehr. Galt Blum-
berg bis jetzt als Burgsiedlung, entstanden im Anschluß an die gleichnamige Burg der
Blumberger, so zeigen die Gräber, daß schon im 7. Jahrhundert eine, wenn auch be-
scheidene Siedlung bestand (Revellio).
Breisach-Hochstetten (Freiburg). Im Hochstetter Feld, „Erste Strecke", wurde wenig
östlich vom Ort ein kleines Gräberfeld durchschnitten. Aus eine Länge von 22 m wurden
vier geostete Gräber angetroffen.
Grab 1: 1,65 m tief, Männergrab, Skelett gut erhalten. Beigaben: am rechten Ober-
schenkel Sax mit Bronzenieten von der Scheide, Messer und- Bronzebeschlag. Zwischen
den Oberschenkeln eiserner Gürtelbeschlag mit Bronzenieten und verzierte Bronzeriemen-
zunge, 2 Dronzebeschläge und 1 Feuerstahl. Rechts am Becken Eisenschnalle, zwischen
den Knien Eisenrest.
Grab 2: 1,25 m tief, gestört. Beigaben: auf der Brust 1 Messer.
Grab 3: In 2,5x1,5 m weiter Grube war eine Grabkammer aus sauber be-
hauenen Buntsandsteinplatten errichtet, an den Längsseiten je 2, an Kops- und Fußende
je 1 Platte, darüber 1 große Deckplatte und über dem Fußende Flickwerk aus Bruch-
stücken mehrerer Platten Grabsohle in 1,65 Tiefe. Beigaben: rechts auf dem Becken
1 eiserne Schnalle. Ätzer dem Fußende des Steinplattengrabes lagen in der Füllerde
Knochen eines älteren, abgeräumten Frauengrabes, dabei 1 B-ronzeohrring und- 5 Glas-
perlen. 3 weitere Perlen waren durch Lücken der Steinplatten in die Steinkammer hinab-
gerollt.
Grab 4: 1,5 in tief. Skelett gut erhalten. Keine Beigaben. Die Steinkammer aus
Grab 3 im Museum für Ärgeschichte Freiburg aufgestellt. Meldung durch Vorarbeiter
Laib und Fritsch (St. Änser).
Bruchsal. Im Gewann „Eggerten" 0,8 Irin SO, nahe des Petersfriedhoss, wurden im
April 1936 auf dem Grundstück von Bildhauer Löffler 5 Reihengräber angetroffen. Sie
gehören zu dem schon seit 1853 bekannten fränkischen Friedhof südwestlich des Peters-
friedhofes (Wagner II, 155; Bad. Fd-ber. II, 170 und 393), Museum Bruchsal (Bauer).
Brunnadern (Reustadt). In der Tufffandgrutze Amann wurde am Rand der Aus-
grabung vom Oktober 1938 (Bad. Fdber. 15, 1939, 30) unter einem Abraumhaufen noch
ein einzelnes Grab festgeftellt:
Grab 13: ovale Grube, 0,65 m breit, nur 0,25 bis 0,30 in tief in den Tuffsand ein-
gesetzt, Länge etwa 1,6 in. Graue Füllung, darin zwei vorrömische Scherben. Skelett
schlecht erhalten. Keine Beigaben (H. Stoll).

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