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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0066

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P. H. Stemmermann und C. Koch

steht, ist in der bedeutenden Schiebung zu sehen, der vor allem die an steileren
Hangstellen gesundenen Stücke ausgesetzt gewesen sein müssen. Von Stelle 6 bei-
spielsweise sanden sich Scherben, die Bruch aus Bruch (alt) zusammenpassen
(Abb. 9, a), jedoch nicht weniger als 27 na voneinander entfernt gefunden wurden
Sine Darstellung des Fundstofss kann deshalb nur in ganz großen Zügen und
hauptsächlich nach dem Gesichtspunkt seiner historischen Aussagen hin erfolgen.
Alles vorhandene Steinzeit material ist auf Abb. 6 vollständig abge-
bildet. Von den „zahlreichen" neolithischen Funden, von denen man in den Akten
und gelegentlich auch im Schrifttum lesen kann, dürfte ein großer Teil auf älteren
Fehlbestimmungen beruhen. An sicher bestimmbaren Scherben liegen zwei der jün-
geren Bandkeramik (Abb. 6, !) und zwei schwer bestimmbare kleine Scherben,
die weihe Inkrustation in eingeschnittenen Zackenmustern aufweisen (Abb. 6, Z, h)
vor. Sie gehören einer jungneolithischen Mischkultur an, ohne daß eine
Zuweisung zu einer der Untergruppen wegen der Kleinheit der Stücke mit Sicher-
heit vorzunehmen wäre.


Abb. 6. Heidelberg-Heiliger Berg. Steinzeitliche Funde.

Das Steinmaterial schließt sich, soweit es überhaupt einer bestimmten Gruppe
zuzuordnen ist, der Bandkeramik an, so vor allem die großen Arbeitshämmer
(Abb. 6, d, ck) und das einseitig gewölbte Flachbeil (Abb. 6, e). Das Rechteckbeil
(Abb. 6, b) und das Bruchstück eines solchen (Abb. 6, a) läßt sich dagegen ebenso-
wenig einer bestimmten Kultur zuweisen wie die Klingen (Abb. 6, l, na, ich, die
einen Klingenkratzer, eine Spitzklinge sowie einen atypischen Abschlag darstellen.
Ob das steinerne Keulenkopfbruchstück (Abb. 6, a) neolithisch ist, läßt sich nicht ent-
scheiden. Es wurde lediglich wegen seines Materials auf diese Tafel gestellt.
Merkwürdig erscheint das Vorkommen von Bandkeramik auf einer abseits vom
Löhgebiet gelegenen Höhe. Doch sind entsprechende Funde in der letzten Zeit
mehrfach beobachtet worden. Da hierorts z. Zt. an einer Zusammenstellung hier-
über von anderer Seite gearbeitet wird, verzichte ich aus ein weiteres Eingehen auf
dieses Thema. Aber die Frage, wie weit man überhaupt von einer neolithischen
Besiedlung des Heiligen Berges sprechen kann, wage ich vor einer größeren Aus-
grabung nicht zu entscheiden. Festzuhalten ist, daß alle neolithischen Funde bisher
von der oberen Kuppe des Berges stammen, die demnach in erster Linie als Träger
einer ersten Besiedlung in Betracht kommt.
Die reine Bronzezeit ist nur mit einem einzigen Stück vertreten, der
Nadel (Abb. 7, b), die „aus dem Mauerkern" bei Stelle 0 stammen soll (vgl. S. 51).
 
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