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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0078

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P. H. Stemmermann und C. Koch

auf römiscke Gruppen, in der 2eit um 400, die ,,Oimbrianae" kieben. Vkir
könnten unsererseits nock kin^utügen, da6 laut Ikesaurus linguae latinae
6er Oentil-blame Oimbrius mekrtadk belebt ist, )edock nielrt in Oer Oermania
Zuperior, wobei ebenfalls ein ^usammenkang mit dem Volk Oer Kimbern
nickt wäkrsckelnlick ist. de Vries sckliebt sieb in seiner altgermaniscken
Keliglonsgesckidkte dieser Auffassung an, ausgekend von Oem Oedanken, dab
Keste germaniscker Bevölkerung, Oie ikre blationalität bewakrten, in Oiesen
Oebieten nickt an^unekmen seien. kkuck Oie sckon immer von b. Kauffmann^
unO anderen nackdrückliek vertretene Auffassung, nack welcker wir in Oim-
brianus eine brinnerung an den Kirnbernnamen vor uns kaben, katte stets
ikre Verteckter,- in letzter 2eit Kat sick vor allem 8. Outenbru.nner" Oieser
Vleinung angesdklossen. Vkenn wir Oer Krage kierorts 8tellung nekmen, so
gesckiekt Oies vor allem, weil es notwendig sckeint, Oas gan^e ?roblem nock-
mals einer Krükung eu unter^ieken. Kein spracklick läbt sick sagen: ,,Oim-
biianus" ist eine ach'ektiviscke XVeiterbildung Oes ^.O)ektivs Oimbrius,
welclie borm Oemnack als Oie ältere armusprecken ist. Oer Weiterentwicklung
von Oimbrius ^u Oimbrianus besonOere lZedeutung ^ueumessen, gebt bei Oem
KeiOktum an bndungen im galloromiscken Oebiet nickt an. beide Leinamen
sinO also als gleickwertig ?u betrackten. Vbie ikr gemeinsames Orundwort
lautet, ist aus Oen Beinamen in ikrer keutlgen Öberliekerung nickt ^u ermit-
teln. Outenbrunner kält^ Oie bntleknung eines germaniscken /i.O)ektivums
blimbria^ ,,kimbrisck" kür müglidk. Kein spracklick also kann Oie Krage, ob
kinter unseren beinamen Keste Oes Kimbernstammes stecken, nickt gelost
werben. bbensowenig ist aber Oas Oegenteil eu erweisen. Vlan kann Oie Oim-
brianuskrage nickt autrollen, oikne Oie bekannte Vbltenberger loutonensäule
keraneieken, Oie gan^ in Oer bläke Oer Oortigen Olmbrianusweikungen, eben-
falls aut Oer blöke Oes Orelnberges gefunden wurOe. 8o unsicker Oie Oeutung
Oer Insckrikt im ganzen ist, so sicker nennt sie Oie leutonen, unO ?war in
keltisierter 8ckreibweise ,,Voutones" als ktnrainer Oieses Oebiets. Os ist von
vornkerein unvorstellbar, Oab unmittelbar neben einer keltiscken Oottkeit
„Oimbrianus" ein „keltiscker" 8tamm blamens „Voutonen" ansässig sein soll,
okne Oab Oies irgenOwie mit Oen stets gemeinsam auktretenOen germaniscken
Kimbern unO leutonen in ^usammenkang steken soll.
lVlerkwürdig okt kinOet man im 8ckrikttum Oie kVnsickt vertreten, Oab Oie
am OOenwalO ansässigen Kimbern unO Teutonen — wenn sie sckon mit Oen
germaniscken Völkern Oieses blamens in Verbindung gebrackt werden dür-
fen — als versprengte Keste aimuseken sind, Oie nack der Vernicktung beider
8tämme in blorditalien sick kierker eurückge^ogen kaben sollen. Oiemand
aber bat bisker darauf aufmerksam gemackt, wie unwakrsckeinlick diese kkn-
nakme ist angesickts des Omstandes, Oab beide Völker sick damals getrennt
katten und mit einem gröberen ^eitlicken und räumlicken Abstand gescklagen
und verrücktet wurden, ^udem ist eine derartige kurnakme keineswegs not-
wendig, ist dock Ourck die Überlieferung die Zeitweilige ^.nwesenkeit beider
8tämme in unserer Oegend gut belegt, black der 8cklackt bei bloreja (118),
in der die kinterlistig überfallenen Kimbern ein römisckes ldleer tast gan^
vernicktet katten, wandten sie sick dem Oebiet der Oelvetier ^u. ldler müssen
sie ^wiscken 113 und 110 geweilt kaben, denn erst in diesem ^akr ertakren
b. KaukkiuLun, OeutbLÜe Zdteiüumskunüe, 1913, I, 3.232.
„Oie Oermaniseüen Oötternamen den antiken Insckiüt'ten" 1936 3. 5211.
a.a.O. 8. 54.
 
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