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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0098

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R. Bierhaus

des Fundaments 0,50 m tief lag. Aber den beiden Kastellgräben k und i sanken die Strahen-
lagen auf rd. 1,30 m Tiefe ab. Ihre Hinterkante wird nördlich des Fundaments fast durch-
wegs bestimmt durch eine Lage Vvn Bauschutt, bestehend aus Bruchsteinbrocken, Kies und
Mörtel. — Ämter den Straßenlagen folgten an allen Stellen, wo keine Reste des Kastells?
sich befanden, die vorgeschichtlichen Schichten aus verfärbtem Löh cl, die teils urnenfelder-
zeitliche, teils latenezeitliche Scherben enthielten; einzelne Gruben hoben sich nur in ge-
ringem Maße ab. Die vorgeschichtlichen Schichten reichten vereinzelt bis zu 2,50 m Tiefe;
durchschnittlich waren sie bis zu 1,80 m oder weniger tief. Darunter kam der unberührte
Löh e.
Etwa 2,50 m nördlich der Bordkante des Fundaments lag die in dieser Zeitschrift
a. a. O. 63 bereits beschriebene beigabenlose Skelettbestattung (vgl. Abb. 2) in 1,80 m
Tiefe im verfärbten Löh ck. Richtung: SW(Kops)—BO. Zwei Backsteinbrocken ohne kenn-
zeichnende Form unmittelbar beim Skelett in der Grubeneinfüllung datieren die Bestat-
tung mindestens in römische Zeit. Bach oben war die Grenze der Grabgrube nicht festzu-
stellen. Die Kiesschichten der Straße a und die Schuttlagen an der Anterkante der Straßen-
schichten gingen jedenfalls in rd. 0,60 m Tiefe ungestört durch. Da diese Schichten sicher
hochmittelalterlich sind (nach 1185, vgl. unten), kann die Bestattung nur spätrömisch oder
frühmittelalterlich sein, womit die Richtung des Skelettes übereinstimmt.
Etwa 8 in nördlich des Kastellfundaments beginnt der innere Kastellgraben b von rd.
13 m Breite und 4,30 in größter Tiefe; weitere 4 in nördlich folgt der äußere etwa 12 in
breite Graben i. Aber die Gräben vgl. im einzelnen Germania a.a.O. 43 f. In unserm
Zusammenhang interessiert, daß der Fels südlich des Grabens ü aus 2,80 in Tiefe unter
der heutigen Oberfläche und zwischen den beiden Gräben b und i auf 2,20 in Tiefe ansteigt,
während 8—10 in weiter südlich im Bereich der Kastellmauer in 3 in Tiefe noch der unbe-
rührte Löß angetrosfen wurde.
Bon Wichtigkeit sind endlich noch die Zerstörungen am Kastell in mittelalterlicher
Zeit. Das Kastellfundament b ist nur noch auf 1,20—1,50 in Höhe, von 0,50—0,70 m bis
zu 1,80—2,00 in unter der heutigen Oberfläche erhalten. Für seine Einzelheiten ist Ger-
mania a.a.O. 38 ff., sowie für die Pfähle c unter ihm Germania a.a.O. 42 f. zu vergleichen.
Vom Ausgehenden der Kastellmauer war nichts meihr vorhanden, auch nicht die Ansatz-
stelle; ebenso fehlen jegliche Reste von Bnnenbauten südlich der Mauer. Etwa 1 in nörd-
lich der Mauer lief parallel zu ihr ein 2,50 m tiefer, von oben nach unten sich verengernden
Graben k (Abb. 2 und 3) der mit einem muldenförmigen Boden von 0,30 m Breite ab-
schließt. Er ist als römisch gesichert, aber in seiner Bedeutung nicht geklärt; Reste, die auf
ein Astverhau oder bergt. Hinweisen könnten, fehlten. Ebenso fand sich der Graben in den
Suchschnitten in der Radbrunnenstraße und Schloßplatzstraße nicht voQ. Nach oben hin
war der Graben bis zu 1,40 m Tiefe noch gerade eben zu erkennen. Er war dort 1,20 in
breit. Seine Einfüllung bestand in dieser Tiefe aus einer teils erdig-braunen, teils lässi-
gen Schicht kst Pie sich von demselben Material der umliegenden vorgeschichtlichen Schich-
ten kaum abhob. Anmittelbar über dem Niveau, wo sich die letzten Spuren des Grabens k
verlieren, wurde in der gegenüber Q kaum anders aussehenden Einfüllung Q in 1,30 in
Tiefe ein mittelalterlicher Scherben gesundem Diejenigen Schichten also, die weniger tief
als 1,30 m sind und über dem Graben k liegen, sind in mittelalterlicher Zeit bewegt bezw.
abgelagert worden.

? Fundament b, Gräben k, b und i; vgl. Abb. 2.
3 Graben i konnte nicht ganz ausgehoben werden. Seine mutmaßliche Tiefe ist auf
Abb. 2 gestrichelt eingetragen.
Die die einzelnen Schichten bezeichnenden Buchstaben stimmen in den Abb. 2 und 3
überein. Feinere Anterschiede, die in Abb. 2 nicht herauskommen, werden in Abb. 3 durch
hochgestellte Ziffern hinter den Buchstaben gekennzeichnet. Diese Ziffern und die Anmer-
kungsziffern sind im Druck leider gleichartig. Zur Vermeidung von Verwechselungen stehen
deshalb Anmerkungsziffern niemals hinter den in Antiqua gesetzten Buchstaben, die
Schichten bezeichnen. Hochgestellte Ziffern hinter diesen Buchstaben sind also immer Kenn-
ziffern für feinere Schichtunterschiede. —- Vn Abb. 3 ist die nördliche (linke) Hälfte des
Fundaments b im vollen Querschnitt, die südliche (rechte) Hälfte nur im Amriß gezeichnet,
um den Fundamentaufbau zu verdeutlichen. — Die auf das Fundament b
und aus die bestimmt römischen Schichten des Grabens k sich beziehenden detaillierten
Eintragungen IQ und IQ sowie Q—Q werden im Text nicht besprochen. Vgl. jedoch über
den Aufbau des Fundaments — IQ — Steine in Mörtel gesetzt; IQ — Steine in verfärb-
ten Löß gepackt — Germania a.a.O. 38 ff. mit Taf. 13, 1.
5 In der Germania a.a.O. ist der Graben nicht besprochen.
 
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