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Badische Kunst: Jahrbuch d. Vereinigung Heimatliche Kunstpflege, Karlsruhe — 3.1905

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https://doi.org/10.11588/diglit.52694#0112
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IOÖ Mit dem Gleichmut des echten Weltweisen oder des echten Toren, was gleichbedeutend ist,
stand Hans Jakob an der Bahre Davids: „Der Neunzehnhundertvierer ist ihm zu mächtig
gewesen,“ lautete sein Urteil.
„Aber sein Tod gefällt mir. . . Ich tät gern auch so sterben. . .“
* *
*
Eine weitere Woche leitet den Rebmann nach seiner hohen Zeit zum Alltag über.
Er füllt den Most in Fässer und räumt die Trester von der Kelter, die wieder eindämmert,
schlummernd zurücksinkt ins Nirwana. . . .
Spätjahr ist da mit dem Hauch, den die Natur ausströmt auf ihrem bunten Siechenbett. Jede
Kreatur zittert unter den unerbittlichen Gesetzen des ewigen Wandels und Wechsels. Als
Gefühl, das kein Wort in seinen Gründen umfaßt, erschauert das Herz des Naturmenschen,
wenn die Bäume kahl werden und draußen der Tod die Karten mischt.
 
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