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Badische Kunst: Jahrbuch d. Vereinigung Heimatliche Kunstpflege, Karlsruhe — 3.1905

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https://doi.org/10.11588/diglit.52694#0081
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FR. v. VolKma n n ■ r-'lci i 19o6'-~


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p?AS MÄRCHEN VOM VOGEL KWI-DI-WITT Von
I J Johanna Wollf-Friedberg. Es war einmal ein Vogel, der war sehr
> neugierig. Sonst aber war er ein äußerst netter Vogel. Wenn er vornehm gestimmt

war, dann rief er: „Fink, kwi-di-witt“; im gewöhnlichen nur einfach „kwi-di-witt“!

So hieß er und so rief er.
Er wohnte auf einem Akazienbaum, der sich an den Waldesrand verirrt hatte. Man sah von
da aus tief in den wilden Wald, und wenn man sich herumdrehte, sah man weit aus dem
Wald hinaus über große Wiesen, leise schaukelnde Garbenfelder und in der Ferne schimmerte
wie ein Silberband ein breiter Strom.
Den ganzen Tag kamen andere Vögel und baten freundlich: „Herr Fink Kwi-di-witt, lassen Sie
mich, bitte. Ihre Fernsicht ein bißchen genießen.“ Das gestattete er dann freundlichst. Die anderen
Vögel konnten den Duft der Blütendolden nie lange ertragen und bewunderten darum Herrn
Kwi-di-witt doppelt: erstens, weil er da wohnte, zweitens, weil er auch genau so gut roch, wie
der Akazienbaum.

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