Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 39
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ivi'ej erlustigen kann. Uns Menschen läßt er seine Sonne
oßen tz aufgehen über Böse und Gute, und läßt regnen über
l M sq, Gerechte und Ungerechte. Uns hat er die ganze Erde
Ä tz, mit allem, was darauf wächset und lebet, übergeben,
lassen j daß wir es genießen und dabey fröhlich seyn können,
Äetnij und über uns den schönen blauen Himmel mit den
lich, funkelnden Sternen, und den weissen Wolken, durch
einitz die sie hervorschimmern. Er hat unsre Herzen so ein-
en H gerichtet, daß wir täglich gar viele Lust und Freude
'N U haben können, wenn wir als Eheleute oder Eltern und
Erst Kinder einander lieben, wenn wir als Freunde, Nach-
)aunm barn und Miteinwohner freundlich mit einander um-
'nie ch gehen, und einer den andern mit Rath und That un-
Nondn terstützen. Er will auch nicht das Verderben des Sün-
)ere ß derö: sondern daß sich Jedermann beßere und einmahl
lnd N ewig selig werde. So sehr hat Gorc die Welt ge-
ll so e« liebt, daß er seinen eingebohrnen Sohn gab, auf
-e daß alle, die ihm glauben und gehorchen, nichc
le KK verlobren werden, sondern das ewige Leben ha-
mW den. Seht! so guc ist unser himmlischer Vater und so
.'nsoD gur müßten wir Menschen auch seyn, wenn wir rechte
mdG Ebenbilder von ihm seyn wollten.
An. s Aber, meine Lieben, muß uns nun nicht bange
IndHß werden, wenn wir bedenken, wie schlecht wir unsre
lnd A Sachen oft einrichten? Wie viele Thorheiten wir in
lm N unserm Leben begehen? Wie oft wir unfreundlich,
neidisch, zänkisch gegen unfern Nächsten sind? Wie
grausam mancher sein Vieh quält? Wie mancher sich
li W und andere aus Unverstand in Schaden und Unglück
sorati stürzet? Wie mancher gar eine Freude daran hat,
mb Wenns seinem Nachbar übel geht? Wie mancher lies
M ber faullenzt, als daß er etwas Nützliches und Gutes
. thäte, wenn er nicht muß? — Wenn man dieses be-
senket, so sollte man fast zweifeln: ob es wahr sey,
/ daß Gott uns zu seinen Ebenbildern habe machen wol-
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