Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 47
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/becker1789/0055
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
47

g-he«,l
te Ach.
? er ins
>ie
lV'ch«
>er fleh
lleki
gehroch:
ennernj
die Ke«
vürde,«
-ßt WD
Ursache l
ihr Ä
i und t
. nützki
; der ei
re VW
!) Ach
ju befei
>S ihniE
t denL
rüba h
' Gerichü
r Schi
melrÄ
ich strh
»erden/ a
nickt ß
l ihlllw
oder h
' Schch
ch: 1-
l MA
znU

gnädige Herr erlaubet, daß ich meine geringe Meinung
sage: so denke ich, viele von uns Bauersleuten hatten
wohl keine Zeit dazu, daß sie mit ihren Gedanken so
hoch steigen könnten. Das ist wohl eine Sache für
die vornehmen Herren, die über den Büchern sitzen
können: aber unser einer muß Gott danken, wenn die
Arbeit fertig wird und wenn man herausstudiert, wie
man der hohen Obrigkeit die Steuern geben, und als
ein ehrlicher Mann durch die Welt kommen kann. Ich
will keinen nennen: aber der Herr Gerichtshalter weiß
ja selbst, wer die meisten Reste und Schulden hat im
Dorfe, und wo es nm die Wirtschaft am schlechtesten
aussieht? Das sind gerade die Leute, die am fleißigsten
über der Postille sitzen, und aufs Schönste aus Gottes
Wort sprechen." Da nahm der Hr. Pf. das Wort,
und sagte: " Ja, Hr. Schulze, da hat Er ganz recht;
und ich setze noch dazu: das sind eben auch die schlech-
testen Christen, die viel von Gottes Wort reden, und
desto weniger darnach thun. Unser Herr Jesus hielt
keine stundenlange Predigten: sondern er sagte in kur-
zen Sprüchen, was man rhun solle, und rhac es selbst
vor. Und so sollen wir ebenfalls nickt viel über Got-
tes Wert klügeln und ein langes und ein breites davon
reden, auch nicht viele Worte machen, wenn wir zu Gott
beten: sondern wir sollen bey allem, was wir in unserm
Beruf thun und treiben, nur oft daran denken, daß der
liebe Gott haben will, dass wir es aufs beste machen
nach unfern Kräften. Wenn wir so denken und auch
wirklich darnach thun und dabey auf den Beystand
Gottes vertrauen: so haben wir das rechte Christen-
thum; und dazu braucht es bey Bauersleuten weder
viele Zeit noch Bücher." Der Herr v. MildHeinr
antwortete darauf: das ist wohl wahr, Herr Pastor!
Die Hauptsache bey dem Christenthum ist gewiß/ daß
wir immer den willen haben, gur zu sezm, und reche
ZU
loading ...