Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 209
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Daß rein und keusch mein Auge sey,
Und sittsam, daß ich immer frey
Gen Himmel blicken könne!
Don meinen Lippen komme nie,
Was schändlich ist, zu hören!
Nie mögen freche Reden sie
Und grober Scherz entehren!
Mein Ohr laß taub dagegen seyn!
Mein Herz, o Gott, erhalte rein,
Dom Gift der schnöden Lüste.
Wo einmal Wollust herrscht, da flieht
Der Seelen Ruh und Stille.
Im Herzen, wo ihr Feuer glüht,
Stirbt selbst der gute Wille.
Und immer tiefer, tiefer sinkt,
Wer ihren giftgen Becher trinkt,
InS Elend und Verderben.
Hier knieten der Herr Pastor und Cantor nies
der, und die Bursche thatens ungeheissen nach, und
sangen weiter:
Entferne von mir, treuer Gott!
Der Wollust Zauber - Schlingen,
Die Leib und Seel in gleiche Noch
Und Schmach und Schande bringen.
Hilf, daß ich auf der Laster - Bahn
Den ersten Schritt stets meiden kann.
Und reines Herzens bleibe!
Bald schenke deine Vater - Hand
Ein Weib, voll Lieb und Treue,
Mir durch ein festes Eheband,
Und Vater! dann erfreue
Der süße Vater - Nahm" auch mich
AnS lieber Kinder Mund, die ich
Zu guten Christen ziehe!
Nun sprach der Herr Pastor werter nichts wehr,
als die Worte: Guter Gorr, Vater der Menschen,
erhöre die Bieren dieser Jünglinge, um deiner
O ewi-
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