Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 213
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Feld nach dem andern verkaufen mußte und in grqße
Armuth gerieth.
Paul Wolf war, wie gesagt, seinen beyden El-
tern ein Dorn im Auge, und ward darüber durchaus boß-
haft und feindselig. Denn die Liebe und Güte der El-
tern gegen die Kinder muß diese eigentlich zur Liebe und
Güte gegen ihre Geschwister und gegen andere Men-
schen anleiten; und harte Eltern erziehen meistens stör-
rige, unfreundliche und feindselige Kinder. Wo Paul
einen Schaden anrichten konnte, so that ers. Und
weil seine Geschwister oft etwas bessers und mehr zu
essen bekamen und bey den Eltern mehr galten, als er:
so nahm er heimlich, und wurde neidisch und habsüch-
tig. Denn der Fehler, daß manche Eltern einem ih-
rer Kinder mehr Liebe beweisen, als den andern, ver-
derbt die jungen Gemüther in den Grund hinein. Der
Neid, die Habsucht, Näscherey, Heimtücke und Scha-
denfreude nahmen nun bey dem Paul mit den Jahren
zu, und weil er immer doppelte Schlage, von Vater
und Mutter bekam, wenn er über losen Streichen er-
tappt wurde: so lernte er auch sich verstellen und wur-
de ein abgefeimter Bösewicht. Schon als Schul-
knabe stiftete er lauter Unheil an, beschädigte junge
Bäume, neckte das Vieh, warf den Nachbarsleuten
die Fenster ein, mauste Obst und Eyer, hetzte die Hun-
de an die Vorbeygehenden, wies den Reisenden falsche
Wege und dergleichen. Und er wußte es meistens so
zu machen, daß Unschuldige wegen seiner Bosheiten
gestraft wurden, und er frey ausgieng. Wie sein Va-
ter mW seine Schwester kreutzweise geschlossen fortge-
führet wurden, freute er sich heimlich darüber, und
wie es mit seinem Bruder den Krebsgang gieng, ver-
hetzte er ihn noch zu einem Proceß mit einem Feldnach-
bar, der ihm viel Geld kostete und nichts half. Er
heyrathete nicht, sondern verführte andern die Weiber,
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