Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 396
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nicht mehr Vieh halten, als unsre Felder und Wiesen er-
nähren können: darum ist es wohl billig, daß Höchstdero
Jäger auch nicht mehr Wild halten, als der Wald ernäh-
ren kann. Denn daß es nicht Eurer Hochfürstl. Durch!,
eigne höchste Willensmeynung sey, daß und das Wild auf-
fresse, wissen wir gar wohl; haben auch erfahren, daß
Höchstdenenselben der Bericht gemacht worden, als wäre
nicht viel Wild vorhanden,und als dürfte bald kein Wild-
pretsbraten mehr für Höchstdero Tafel zu finden seyn. Wie
bitten aber in Unterthänigkeit, nur einen von Dero getreuen
Rächen aus der hohen Landes - Regierung, der kein
Zagdliebhaber ist, zur Besichtigung anher zu schicken, und
ihm gnädigst zu befehlen, daß er eine Nacht mit uns vor
dem Walde wache: so werden Eure Hochfürst!. Durchs
lauchc schon anders berichtet werden, und^ Mitleiden mit
uns armen Leuten haben. Gott verleihe Höchstdenensels
den langes Leben und gute Gesundheit für diese hohe Gna-
de ! Wir sind dafür bis in den Tod und das Grab
Eurer Hochfürstl. Durchlaucht
unfers gnädigsten Landesvaters
unterthänigste Kinder und getreue
Unterthanen,
die Einwohner zu dl. dl.
Erfolgt nun auf diese Bitte keine gnädige Antwort,
so denket nicht sogleich, der Landesvater bekümmere sich
nicht um eure Noch: sondern bittet noch ein, zwey, drey
mahl, daß er sich eurer erbarme! Er wird es endlich
gewiß thun.


55. was
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