Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 403
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begangen hat? So auch das Jahr darauf hatte der
Schmied, der unter den (Destreichern gedient hat,
ausgesprengt: ich hätte beym Regiment gestohlen und
mir wäre der Galgen auf den Buckel gebrennt, und
dies Gerede war im ganzen Dorfe herum gegangen.
Ich schwieg still, und bar den Hauptmann von meiner
Compagnie in einem Briefe: er solle mir doch ein
Attestat schicken, wie ich mich aufgeführet und was
ich für Regimentsstrafen bekommen hätte? Dieses
that der gute Herr. Bey der nächsten Zusammenkunft
der Gemeine, trat ich nun auf, und sagte: Meine
lieben Freunde l Es geht ein schlimmes Gerede von
mir, wegen meiner Aufführung beym Regiments
Damit ihr nun wisset, daß es lauter Lügen sind, so
sey er doch so gut, Herr Schulze, und lese dieses der
Gemeine vor. Wie nun der Schulze das schöne At-
testat und den Brief vom Herrn Hauptmann gelesen
hatte, und die Leute alle aufhorchten, so sagte ich:
seht, lieben Leute, so groß Unrecht kann einem ehrli-
chen Manne durch böse Mäuler geschehen. Ich weiß
nun wohl, wer der Verläumder ist, und habe Zeu-
gen, daß ich ihn gar leicht ins Zuchthaus bringen
könnte. Aber der Mann ist arm und hat eine kranke
Frau mit zwey kleinen Kindern; die fielen der Ge-
meine zur Last, wenn der Vater weg wäre. Seyd
ihr also überführt, daß das Gerede falsch ist und hal-
tet mich für einen ehrlichen Mann: so will ichs ihm
vergeben, und will nicht klagen. Was das für ein
Aufsehen machte, und wie mich die Leute verehrten,
daß ich so christlich handeln wollte, kann ich euch nicht
beschreiben. Der Schmied war ganz außer sich und
konnte sich nicht halten. Er kam vor der ganzen Ge-
meine auf mich zu und bat mich heulend und schluch-
zend um Vergebung, daß er aus Dummheit und
Neid so geredt hätte, und seit dem hat er mir alles
C c 2 mög-
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