Becker, Rudolf Zacharias
Noth- und Hülfsbüchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim — Sulzbach in der Oberpfalz, 1789 [VD18 12674052]

Page: 434
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nicht zu helfen. Der Herr wird nun aus meiner Rede wohl
sehen/ daß es den Bauersleuten auch gar übel gehen kann;
zumahl wenn sies so ein Bischen darnach machen/ wie ichs
in meinen jüngern Jahren gethan habe." — Da hat er wohl
Recht/ Friedrich! antwortete ich ihm: Wie maus treibt,
so hat marrs; das gilt beym Bauer/ wie beym Kaiser und Kö-
nig. Aber ich fthe doch an seinem Exempel/ daß ein Bauer,
wenn er in seinem Vermögen herunter kommt/ sich fast noch
leichter wieder auföelfen kann/ als die Stadtleute: wenn ers
näbmlich mit Verstand a»fangt, und wenn er wohlgerathene
Kinder hat/ die ihm unter die Arme greifen können. Ey, das
hat sich wohl, sagte er darauf! Ich laß es gelten/ wenn einer
einen solchen gottesfürchtigen Nachbar hat, wie ich an dem
Christoph; simst muß ers wohl bleiben lassen. Ich machte
darauf noch die Anmerkung/ daß die beyden guten Leute sich
darinne irrten, wenn sie meinten: dem Friedrich sey durch
den Tod seiner sel. Frau wieder aufgeholfen worden. Es wäre
gewiß noch besser gegangen, wenn sie am Leben geblieben wäre
und fleißig mit Hand ans Werk gelegt hätte. Friedrich habe
es nur nicht verstanden, sie zu einer solchen Verbesserung ihres
Gemüths zu bewegen, und darüber hätte er den Prediger um
Rath fragen sollen. Darauf kam die Reihe zu erzählen an
einen alten lustigen Graukopf, welcher so anfieng.
" Meine Mutter sagte oft: was ich nicht weiß, macht
mich nicht heiß. Wenn aber der junge Herr meine Historie
ja zu wissen verlangt: so bin ich Toms, der Flurschütze, und
auf io Stunden in die Runde heißen mich die Leute den lusti-
gen Toms. Von meinen Gütern steht geschrieben: IVir
haben nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts
mir Hinaus bringen- Meine Frau heißt man die dicke
^Lese, und die hatte eben so viel. Gleich und gleich gesellt
sich halt gern. Wir hatten also vier Arme und vier Beine, da
wir uns frevten; das war unser hin und her. Damit haben wir
getaglöhnert mit einander. Mtt Schneiden und Dreschen ver-
diente ich das Brod, und mit Backstein machen, Dach decken,
Schutt fahren, Graben, Hacken, Zaun binden, Wege gehen,
(Bothen laufen) wies kam, so viel Geld, als wir brauchten.
Gabs im Winter gar nichts zu thun, so spann ich mit -Eieserr
in die Wette. Nachbar Christoph gab mir ein Stückchen
Land zu ein Bischen Kartoffeln, Möhren und Rüben um die
Hälfte: das gab Winterfutter für uns und die Kuh. -Ciese
wußte auch ein Schweinchen zu schaffen. Das gemeine Holz gab
die Feurung. Kurz um, wir haben uns alle Tage satt gegessen,

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